Serienkiller sind keinesfalls eine Erscheinung der heutigen Zeit. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kommt es in der französischen Provinz zu einer Mordserie. Für Untersuchungsrichter Rousseau (Philippe Noiret, Foto l.) liegt der Fall klar: Bouvier, ein Ex-Soldat, der kurz zuvor auf seine Verlobte geschossen hatte, soll der Triebtäter sein. Mit allen Mitteln setzt sich Rousseau für Bouviers Verurteilung und Hinrichtung ein. Der Lohn dafür ist die Verachtung der Kleinstadtbürger, deren Sympathie eindeutig bei Bouvier liegen, der immerhin "einer der ihren" ist ...

Dies ist nicht der einzige Film von Bertrand Tavernier, der sich mit der gewichtigen Frage von Schuld und Sühne auseinandersetzt. Doch daraus macht er keinen vergrübelten Problemschinken, sondern einen vielschichtigen, psychologisch vertieften Kriminalfilm von einiger Spannung. Brillant sind auch die Darsteller. Neben Philippe Noiret, dem Lieblingsschauspieler Taverniers, beeindruckt Michel Galabru als kranker Mörder, was um so mehr erstaunt, als er sonst neben Louis de Funès eher in Klamotten zu Hause war.

Foto: ARD/Degeto