Der Mord an einem LKW-Fahrer aus Nordermoor, einem heruntergekommenen Stadtteil Reykjaviks, gibt Kommissar Erlendur (Björn Hlynur Haraldsson, Foto) Rätsel auf. In der Wohnung des Toten findet der Ermittler das vergilbte Foto des Grabes eines kleinen Mädchens. Die Exhumierung der Kinderleiche birgt eine Überraschung: Das Mädchen wurde damals ohne Gehirn beigesetzt. Das Organ wurde zu Forschungszwecken präpariert und lagert seither in einem zentralen Gen-Labor. Hier arbeitet der Biologe Orn, von dem Erlendur erfährt, dass das Mädchen an einer seltenen Erbkrankheit starb, die auch bei Orns eigener Tochter zum Tod führte ...

Baltasar Kormákur ("101 Reykjavik", "Die kalte See") drehte den ungewöhnlichen Island-Krimi nach dem vielfach preisgekrönten Roman des Bestseller-Autors Arnaldur Indridason. Packend, aber gemächlich erzählt, überzeugt der Krimi mit Bildern einer trostlosen (Stadt-)Landschaft, die das Seelenleben der Figuren widerspiegelt. Realer Hintergrund der spannenden Geschichte ist ein umstrittenes Projekt, bei dem seit 1996 alle genetischen Daten der isländischen Bevölkerung in einer zentralen Datenbank der Hauptstadt Reykjavik gesammelt werden. Kommissar Erlendur, ein geschiedener, mürrischer Kettenraucher, der große Probleme mit seiner drogenabhängigen Tochter hat, wird von dem charismatischen isländischen Schauspieler Ingvar Eggert Sigurðsson ("Engel des Universums", "Islandfalken", "Du stirbst nur zweimal") verkörpert.

Foto: ARD Degeto/Bavaria/Nordisk Film