Im Jahre 1798 wird bei Aveyron ein etwa 12-jähriger Junge gefunden, der nur tierische Laute von sich gibt und taub zu sein scheint. Er wird nach Paris zu Professor Pinel und Dr. Jean Itard gebracht, die sich unterschiedliche Meinungen bilden: Während Itard fest an die Entwicklungsfähigkeit des "Wolfsjungen" glaubt, hält sein Kollege Pinel ihn für einen hoffnungslosen Fall. Als jedoch Victor, wie der Junge inzwischen gerufen wird, wieder in die Wälder flieht, zeigen die Kultivierungsversuche verheerende Wirkungen: Victor ist nicht mehr in der Lage, mit den Unbilden der Natur fertig zu werden, noch so zivilisiert, dass er als Mitglied der Gesellschaft akzeptiert werden würde.

Nach einem historischen Fall schuf François Truffaut mit erlesenen Schwarz-Weiß-Bildern eine faszinierende Kaspar-Hauser-Variante, die die "Erungenschaften" der menschlichen Zivilisation kritisch hinterfragt. Als Produzent des Films fungierte Regie-Kollege Claude Miller ("Das Auge").