Ein 15jähriger Junge lebt mit seiner Mutter in tristen sozialen Verhältnissen. Deren Liebhaber hat eine Pistole mitgebracht hat. Als der Heranwachsende irgendwie mitbekommt, dass er noch eine ihm bislang unbekannte Schwester hat, schnappt er sich die Waffe, überfällt einen Laden und zwingt einen Polizisten, ihn zur Schwester - seiner "Famile" - zu führen...

Getreu einem Auto-Werbeslogan "Der Weg ist das Ziel" spielt "Der kleine Gangster" hauptsächlich in einem Auto. Weniger der Ausgang der Geschichte, sondern der Weg und die Entwicklung dahin sind wichtig. Die Idee des Films von Regisseur Jacques Doillon stammt aus der Feder eines amerikanischen Psychoanalytikers, dessen jugendlicher Patient tatsächlich einen Polizisten entführt hatte. Daher stimmen die Fakten. Das Tempo ist gewöhnungsbedürftig. Nur wer sich Zeit nimmt, die Dialoge, die genaues Zuhören verlangen, auch verstehen zu wollen, hat auch Freude am "Kleinen Gangster". Hauptdarstellerin Clotilde Courau erhielt für ihre Rolle als "Schwester" den Europäischen Filmpreis.