Edith Stein, 1891 in einer gläubigen jüdischen Familie in Breslau geboren, widmete sich bereits in sehr jungen Jahren dem Philosophiestudium. Die Lektüre der Schriften von Max Scheler und der Lebensgeschichte der heiligen Theresa von Avila brachten sie dazu, zum katholischen Glauben zu konvertieren. 1922 wurde sie auf den Namen Theresia Hedwig getauft. Von 1923 bis 1931 lehrte sie am Gymnasium der Dominikanerinnen St. Magdalena in Speyer. 1932 wurde sie ins Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster berufen. Ihre Tätigkeit wurde jedoch durch den Beginn der Judenverfolgung abrupt abgebrochen. Im selben Jahr bat Edith Stein um Aufnahme in den Karmel Köln-Lindenthal. Bei ihrer Einkleidung im Jahr 1934 erhielt sie den Ordensnamen Theresia Benedicta a Cruce. Als die Verfolgung der Juden sich zu verschärfen begann und ihr bewußt wurde, welche Gefahr ihre Anwesenheit für den Konvent darstellte, bat die Ordensfrau um Versetzung. Ende 1938 gelangte sie mit Hilfe einer Freundin über die holländische Grenze und fand im Karmel von Echt Aufnahme. Doch es folgte die Kriegserklärung Deutschlands, Holland wurde besetzt. Edith Stein wurde zunächst ins Konzentrationslager Amersfoort eingewiesen, kam dann nach Westerbork und schließlich nach Auschwitz. Hier fand sie 1942 in der Gaskammer den Tod.

1987 wurde Edith Stein von Papst Johannes Paul II. "zur Ehre der Altäre erhoben", also seliggesprochen. In der ersten Hälfte des Films werden die steil emporstrebende Karriere, Liebesbeziehungen, universitärer Erfolg gezeigt; in der zweiten Hälfte das einfache Dasein als Lehrerin, dann als Karmelitin und zuletzt das Schicksal als Opfer von Auschwitz. So wurde Edith Stein, die von Maia Morgenstern ("Die Passion Christi") gekonnt verkörpert wird, an ihrem Ende von ihrem Anfang, ihrer jüdischen Herkunft, eingeholt. Doch ihre Lebensgeschichte ist ein eindrucksvolles Beispiel für echte geistige Freiheit. Koproduzenten dieses ungarisch-deutschen Films, der 1997 in 35 mm Farbe gedreht wurde, sind, neben BR und SDR, RAI UNO (Rom), Tor Film Warschau, Budapest Film, Eurofilm (Paris) und Tellux-Film (Dresden).

Foto: MDR/SWR/Tellux-Film GmbH