Marseille, 1957: In der Stadt, in der viele Algerier leben, brodelt es, denn die algerische Befreiungsfront (FLN) fordert die Unabhängigkeit ihres Landes gegen den Widerstand der französischen Kolonialmacht und den der Frankreich-treuen politischen Gegner. Die Fabrikarbeiterin Jeanne, die mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter ein beschauliches Leben führt, willigt bei einem Treffen mit dem gut aussehenden Ali ein, heimlich Flugblätter an die algerischen Kollegen zu verteilen. Ein kleiner Schritt mit großen Folgen ...

Regisseur Augustin Burger, der seine Kindheit und Jugend zwischen Algerien, Korsika und Marseille verbrachte, drehte sein Langfilmdebüt nach einer authentischen Geschichte, die stellvertretend für viele derartige Fälle steht, die zwischen 1954 und 1962 die französische Innenpolitik erschütterten und weit über 13000 Opfer forderten. Burger verlagert hier den politischen Konflikt ins Private und lässt seine weibliche Protagonistin in einer Männerwelt für ihre unmögliche Liebe kämpfen, eine Liebe, die sich sowohl über gesellschaftliche Normen als auch über kulturelle und politische Distanzen hinwegsetzen muss.

Foto: Arte France