Weil er angeblich einen Raubüberfall gedeckt hat, wird der Sicherheitsbeauftragte Grant McLaine von der Eisenbahngesellschaft entlassen. Seitdem zieht er mit dem Akkordeon umher und verdient sich so seinen Lebensunterhalt. Als allerdings dreimal hintereinander Banditen die Lohngelder der Streckenarbeiter rauben, stellt Ben Kimball, der Chef der Zuggesellschaft, zähneknirschend McLaine wieder ein, um den Weiterbau der Eisenbahn nicht zu gefährden. Er vertraut ihm sogar die Gelder an, aber wieder scheinen die Banditen bestens informiert. McLaine wird niedergeschlagen, kann jedoch im letzten Moment das Geld unbemerkt dem kleinen Joey zustecken...

James Stewart und Regisseur Anthony Mann drehten in den Fünfzigerjahren fünf Western - es kamen noch "Nackte Gewalt" (1952) und "Der Mann aus Laramie" (1955) dazu -, die das Genre erneuerten, bereicherten und vertieften. Die Helden, die Stewart für Mann spielte, sind schrankenlose, asoziale Einzelgänger, denen das Leben tiefe Verletzungen zugefügt hat. Sie werden zu heimlichen Komplizen ihrer Gegner, gehen, um ihrer Unabhängigkeit willen, bis an den Rand der Selbstzerstörung und führen vor, mit welchen Schwierigkeiten und Qualen aus dieser wüsten Autonomie soziale Verantwortung erwächst. Eigentlich sollte der Film die erfolgreiche Zusammenarbeit von James Stewart, Regisseur Anthony Mann und Drehbuchautor Borden Chase als Dritten im Bunde fortsetzen, auf deren Konto die drei Westernklassiker "Winchester '73", "Meuterei am Schlangenfluss" und "Über den Todespass" gehen. Doch Stewart, der unbedingt seine Qualitäten als Sänger und Akkordeonspieler unter Beweis stellen wollte, überwarf sich deswegen mit Mann. Stewart blieb Sieger im Machtkampf. An Manns Stelle trat der TV-Regisseur und Spielfilmneuling James Neilson. Dennoch wurde der Film ein exzellenter James-Stewart-Western - dank der Mitarbeit von Borden Chase, der genau wusste, wo die Starqualitäten Stewarts lagen. Der gradlinige professionelle Stewart-Held wurde bestens kontrastiert durch einen Audie Murphy in Bestform: ein höfliches Babyface mit bedrohlich sanfter Stimme, das schneidende Kälte und Ironie verbreitete, ein eiskalter Killer-Engel in schwarzem Leder, der seinen Rückfall in die Menschlichkeit mit dem Leben bezahlt.

Foto: Universal