In Vietnam tobt der Krieg, die Army braucht Nachschub. Der labile Pyle und der intellektuelle Joker werden eingezogen und in der Grundausbildung fürchterlich geschliffen. Denn Sergeant Hartman trägt seinen Namen zurecht: Mit äußerster Härte stampft er jede Individualität unter den Rekruten ein, bis aus den braven Mittelstandsjüngelchen brutale Killermaschinen geworden sind. Dann warten die Schlachtfelder...

Nicht zum ersten Mal war Krieg ein Thema für Stanley Kubrick. Bereits 30 Jahre zuvor hatte er mit "Wege zum Ruhm" eine wütende Anklage gegen das Verheizen von Menschen gedreht, damals über den Ersten Weltkrieg. Die Vietnamkriegs-Satire "Full Metal Jacket" ist einer der gemeinsten, aber auch wahrsten Filme über die Mechanismen des Krieges und des Tötens. Schon mit der Eingangssequenz zeigt Kubrick, worum es ihm im wesentlichen geht: Köpfe mit ganz normalen, vielfältig individuellen Frisuren werden geschoren, und mit den Haaren fällt auch der erste Teil des Ichs. Kubrick betitelte den schonungslosen Vietnam-Film nach dem englischen Begriff für ein Stahlmantelgeschoss. Besondere Authentizität gewinnt der Film durch die berühmt gewordene Darstellung des sadistischen Sergeants durch R. Lee Ermey. Dass der in seiner Rolle so aufgeht, ist kein Zufall: Vor seiner Filmkarriere war er Ausbilder bei der Army.

Foto: ZDF/Douglas Milsome