Die überaus attraktive Chris arbeitet erfolgreich als Top-Model. Eines Tages lädt sie auf Empfehlung ihrer jüngeren Schwester Kathy deren Lieblingslehrer Gordon Stuart zu sich nach Hause ein: Der Hobbykomponist erhofft sich von Chris einen Einstieg ins Showgeschäft. Als diese Hoffnung sich nicht erfüllt, lässt er seiner angestauten Frustration freien Lauf und vergewaltigt Chris auf überaus brutale Weise. Es kommt zu einem aufreibenden Prozess - der mit einem Freispruch für Stuart endet. Trotz des furchtbaren Erlebnisses versucht Chris, ihr bisheriges Leben weiterzuführen. Doch als Stuart wenig später auch Kathy vergewaltigt, kennt sie nur noch ein Ziel: Rache ...

1974 sorgte Charles Bronson mit dem Rache-Thriller "Ein Mann sieht rot" für mächtigen Pressewirbel, Kritiker warfen dem Werk die Verherrlichung von Selbstjustiz vor. Ein Jahr später griff Regisseur Lamont Johnson das Rachethema auf, doch dieses Mal ist es das Opfer selbst, das seinen Peiniger stellt. In ihrer ersten großen Hauptrolle ist Margaux Hemingway, Enkelin des berühmten Schriftstellers Ernest Hemingway, zu sehen, die sich bis dahin als Model einen Namen gemacht hatte. Die große Hollywood-Karriere blieb Margaux nach dem Erfolg von "Lipstick" allerdings verwehrt, mit keinem ihrer folgenden Auftritte in meist zweit- bis drittklassigen Werken hatte die Darstellerin Glück, in den Achtzigerjahren sorgte sie eher mit ihren Alkoholexzessen denn mit ihren Filmen für Aufmerksamkeit. Margaux Hemingways Leben endete tragisch: Am 1. Juli 1996 nahm sie sich im kalifornischen Santa Monica im Alter von nur 42 Jahren das Leben. Ihre kleine Schwester Mariel, die für die Rolle der jüngeren Schwester mit einer Golden-Globe-Nominierung bedacht wurde, ist heute eine anerkannte Charakterdarstellerin.

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