Die alte Mutter Krause lebt mit ihren erwachsenen Kindern Erna und dem arbeitslosen Paul im Berliner Stadtteil Wedding und verdient ihr Geld als Zeitungsausträgerin. Das einzige Zimmer wurde an einen Schlafburschen und seine Freundin vermietet, die für ihn anschaffen geht. Als Paul das Zeitungsgeld der Mutter versäuft und durch einen Einbruch wieder zu beschaffen versucht, bricht die mühsam aufrechterhaltene Ordnung zusammen. Mutter Krause öffnet angesichts ihrer verzweifelten Lage den Gashahn. Nur Erna und ihr neuer Freund Max finden einen Ausweg: Sie schließen sich den Kommunisten an, die durch Berlin ziehen ...

"Mutter Krausen's Fahrt ins Glück" ist ein Klassiker des proletarischen Kinos der Weimarer Republik, den Phil Jutzi nach Erzählungen und Zeichnungen von Heinrich Zille eindrucksvoll in Szene setzte. In großartigen dokumentarischen Bildern erzählt er von den Lebensbedingungen im Berliner Stadtteil Wedding Ende der Zwanzigerjahre und stellt sich dabei die Klassenfrage. Seine Erstaufführung erlebte der Stummfilm am 30. Dezember 1929 im Alhambra-Kino und wurde einer der größten Filmerfolge des Jahres, obwohl er aufgrund seiner klassenkämpferischen Tendenz nur in einer stark gekürzten Fassung gezeigt wurde. Die vorliegende Fassung wurde vom Filmmuseum München als Koproduktion mit ZDF/arte restauriert und mit neuer Musik unterlegt.

Foto: ZDF