In Paris kann die Zeit dank der Maschine von Professor Ixe beliebig angehalten oder beschleunigt werden. So findet der Eiffelturm-Wächter Albert eines Morgens ein Paris vor, das nicht aufgewacht ist. Die wenigen Menschen, denen Albert begegnet, nachdem er von seinem Eiffelturm herabgestiegen ist, sind wie gelähmt und in tiefem Schlaf versunken. Auf dem Pariser Flughafen sind zwei Polizisten mit zwei an Handschellen gefesselten Dieben und eine Frau gelandet. Auch sie wundern sich über die schlafende Stadt. Sie begegnen dem Wächter und beschließen, diesen allgemeinen Stillstand zu nutzen, um kostenlos zu essen, die Geschäfte zu plündern, die Frauen auszuziehen usw...

René Clairs erster Film ist voller surrealistischer Schönheit und Poesie. Das Science-Fiction-Thema wird sehr witzig behandelt. Der Film illustriert vor allem den Traum vom freien, sorglosen Leben in Paris, wo man in den Bassins baden und sich in den Geschäften ungestraft bedienen kann: die Utopie eines zügellosen Lebens. Die Aufnahmen vom schlafenden Paris und von der Eisenkonstruktion des Eiffelturms, die zum idealen Tummelplatz für Akrobaten wird, trägt zum surrealistischen Charakter des Films bei. Besonders beeindruckend sind die senkrechten Kamerafahrten am Eiffelturm. Trotz einer gewissen Bitterkeit im satirischen Blick auf die Bourgeoisie überwiegen Leichtigkeit und Humor. Als René Clair in die Rolle des Herren der Zeit schlüpfte, trat sein wahres Regietalent zu Tage, das die Filmwelt sofort überzeugte.