Arbeitstier Tauber will endlich einmal entspannen und fährt nach Erding, um dort mit seinem ehemaligen Chef Kruppke in Ruhe eine Partie Billard zu spielen. Doch wieder macht ihm das Verbrechen einen Strich durch die Rechnung, denn in Erding wird ein älterer Herr erschlagen aufgefunden und dummerweise liegt die Leiche in Taubers und das Haus des Toten in Kruppkes Zuständigkeitsbereich. Also beschließen die ehemaligen Kollegen, den Fall gemeinsam anzugehen. Schon bald gerät die junge Maria Lorenz in Verdacht, etwas mit dem Mord zu tun zu haben. Und Tauber ist sich zudem sicher, dass Kruppke mehr über die Frau aus dem Prostituiertenmilieu weiß, als er zugeben will. Als Kruppke jedoch überraschend stirbt, müssen sich Tauber und seine Kollegin Obermaier mit Maria Lorenz herumschlagen. Und das ist einfacher gesagt als getan, denn die Tatverdächtige leugnet beharrlich ihre Schuld. Tauber muss sich etwas einfallen lassen ...

Regie-Routinier Dominik Graf ("Hotte im Paradies")" inszenierte nach dem Buch von Rolf Basedow, der später auch die Vorlage für die Grafs mehrfach preisgekrönte Krimiserie "Im Angesicht des Verbrechens" lieferte, diese gelungene "Polizeiruf 110"-Folge, die auf einer wahren Geschichte beruht, die sich einst in Schleswig Holstein zugetragen hat. Der mit vielen Rückblenden erzählte Krimi bezieht seinen Reiz besonders aus den intensiv gespielten Verhör-Szenen, in denen sich Tauber alias Edgar Selge mit der jungen Tatverdächtigen alias Rosalie Thomass ("Einer bleibt sitzen", "Die letzten 30 Jahre", "Tatort - Tempelräuber") auseinandersetzen muss. Die junge Münchnerin Schauspielerin wurde für ihre fabelhafte Verkörperung der selbstzerstörerischen Prostituierten mit dem Förderpreis Deutscher Film, den Deutschen Fernsehpreis, den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis als beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet.



Foto: WDR/BR/TV 60/Julia von Vietinghoff