Eigentlich ist Joey ein kleiner Fisch innerhalb der großen Mafia-Familie. Als er wieder einmal eine heiße Pistole entsorgen soll und er diese im Keller seines Hauses versteckt, sieht das ein Nachbarjunge. Der bringt die Schusswaffe an sich und ballert damit auf den Freund der Mutter. Da Joey die Knarre eigentlich in den Fluss werfen sollte, ist nun sein Ärger groß. So muss er unbedingt das heiße Ding wieder in die Finger kriegen, da man ihn sonst seitens der Mafia kalt machen würde. So beginnt für Joey ein Streifzug durch die Nacht, der ihn auf einen leichenreichen Weg führt. Doch auch für den Nachbarjungen wird die Verfolgung zum Albtraum...

Hier haben sich die Macher wohl gedacht, dass möglichst viele Brutalitäten hip aussehen. Konnte Regisseur Wayne Kramer mit dem grandiosen Verlierer-Porträt "The Cooler - Alles auf Liebe" voll überzeugen, zeigt er in seiner zweiten Regiearbeit lediglich, dass er sein Handwerk versteht. Zu einer guten oder gar bösen Geschichte hat es aber leider nicht gereicht. Zu gewollt werden hier Parallelen zu Werken wie "Pulp Fiction" deutlich, wobei aber die Gewalt zum schieren Selbstzweck verkommt. Wenn schon die Kinder sagen, dass man bei dem anstehenden Eishockey-Spiel eine rote Eisfläche sehen will, weiß der Zuschauer, dass genau dies eintreten wird: Ein Showdown im Eisstation, an dessen Ende die Eisfläche im Blut schwimmt. Wären nicht so viele übertriebene Ausreißer (so muss etwa der Junge noch in die Hände eines pädophilen Killerpaares gelangen), hätte dies ein durchaus spannendes Werk werden können. So ist es leider nur ein nerviges und viel zu brutales!

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