Frankreich 1686: Madame de Maintenon, Mätresse König Ludwigs XIV., ruft die Internatsschule Saint Cyr ins Leben. Verarmte Adelstöchter aus der französischen Provinz sollen hier erzogen werden. Unter ihnen sind die unzertrennlichen Freundinnen Anne Grandcamp und Lucie de Fontenelle. Wegen ihrer Verpflichtungen gegenüber dem König fehlt Madame de Maintenon die Zeit, um sich intensiv um die Schule zu kümmern. Als sie den Dichter Racine eigens für das Internat ein Stück schreiben lässt, wird die Uraufführung zu einem zweifelhaften Triumph. Die Begeisterung der Versailler Höflinge gilt weniger dem Spiel der jungen Darstellerinnen als deren jungmädchenhaften Reizen. Entsetzt versucht Madame de Maintenon dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Aus dem bis dahin liberalen und weltoffenen Institut wird eine dem Obskurantismus verfallene Einrichtung, deren Insassen reihenweise an einer Epidemie sterben. Lucie folgt Madame de Maintenons plötzlichem Sinneswandel mit blindem Gehorsam, Anne hingegen versucht ihr zu widerstehen...

Patricia Mazuy drehte eine freie Adaptation des Romans "La Maison d'Esther" von Yves Dangerfield nach der Geschichte der Mädchenschule Saint Cyr. Während der Roman auf die Agonie einer Schülerin fokussiert, konzentriert sich der Film auf die kontinuierlich wachsende und im Delirium kulminierende Hysterie der Madame de Maintenon. Eine Hysterie, motiviert von der Angst vor der Hölle, eine im ausklingenden 17. Jahrhundert fundamentale Lebensangst. Aber der Film handelt auch von einer ganz zeitlosen menschlichen Eigenschaft, nämlich der, richtige Ideale für falsche Ziele zu missbrauchen.