Glasgow in den späten 60er Jahren: Ein 13-jähriger Junge lebt mit seiner Familie in einem tristen Vorort von Glasgow. Eines Tages verletzt er versehentlich den Anführer einer gewalttätigen Jugendbande mit einer Luftpistole. Das zieht ihn und seine beiden älteren Brüder tief in die Bandenkriege seines Viertels hinein. Als der eine Bruder dem Angeschossenen auch noch die Freundin ausspannt, eskalieren die Auseinandersetzungen.

"Small Faces" ist eine Reminiszenz an eine englische Rock-Formation gleichen Namens (mit Lead-Sänger Rod Stewart) der 60er Jahre, die neben den "Who" zu den wichtigsten musikalischen Vertretern der englischen Jugendbewegung gehörten. Die Brüder Gillies und Billy MacKillon zeigen detailverliebt das Glasgow ihrer Teenager-Jahre und der damals vorherrschenden Pop-Kultur. Der Film ist zugleich die raue und poetische Beschwörung einer Jugend in Glasgows Arbeitervierteln, wo sogar die Anführer von Straßengangs mit Bekundungen ihrer Belesenheit und ihrer Kunstkenntnisse miteinander wetteifern. Mit präzisem Blick auf zeitgeschichtliche Details zeigen die Gebrüder MacKinnon, dass die von ihnen miterlebte Pop-Kultur der schottischen Großstadtjugend in den späten 60er Jahren nichts gemein hatte mit der gleichzeitigen Hippie-Kultur im "Swinging London". "Small Faces" erweist seine Eigenart zu thematisch ähnlichen Filmen von Coppola ("Die Outsider" und "Rumble Fish") und wurde in Großbritannien neben "Kleine Morde unter Freunden" (1994) und "" (1995) als eines der wichtigsten Zeugnisse für den Beginn einer spezifisch schottischen Filmrenaissance gefeiert.