Klaus Schucht tritt 1991 mit über 60 Jahren seinen Dienst als Vorstandsmitglied der Treuhandanstalt an. Der junge Frank Pauly wird sein Assistent und Referent. Schnell zeichnen sich unterschiedliche Motivationen ab: Schucht, der Patriot, der Preuße, wendet all seine Kraft für das Gelingen der Wiedervereinigung auf; Pauly sieht den Job bei der Treuhand als Sprungbrett für seine noch recht junge Karriere. Schuchts Auftrag ist klar: die Privatisierung der ostdeutschen Betriebe im Bereich Bergbau, Energie und Chemie. Dass die westdeutsche Wirtschaft, aus der er stammt und von der er eine Reihe der führenden Vertreter kennt, mitzieht, steht für ihn außer Frage. Was für ein Irrtum!

Im Mittelpunkt des Doku-Dramas "Verkauftes Land" steht der frühere Treuhand-Vorstand Klaus Schucht (1930-2001). Schucht war bei der Privatisierungsbehörde in den Jahren 1991 - 1994 zuständig für die Ressorts Bergbau, Energie und Chemie. Er verantwortete so schwierige Privatisierungen wie die von Leuna und Minol an Elf Aquitaine, er handelte den Stromvertrag aus und zeichnete verantwortlich für die Stillegung des Kalibergwerkes im thüringischen Bischofferode. Über die Person Schuchts hinaus unternimmt der Film den Versuch, Macht und Grenzen der nach wie vor umstrittenen Treuhandanstalt aufzuzeigen. Dabei werden die Zeitläufe Anfang der Neunzigerjahre in den Neuen Ländern wieder lebendig.