Blake Edwards

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Sucht gutes Licht für den Dreh: Blake Edwards
William Blake McEdwards
Geboren: 26.07.1922 in Tulsa, Oklahoma, USA
Gestorben: 16.12.2010 in Santa Moncia, kalifornien, USA

Er war neben Billy Wilder einer der ganz großen Komödienregisseure der Filmgeschichte, aber auch ein äußerst erfolgreicher Produzent und Drehbuchautor: Blake Edwards Sein Name ist mit den burlesken Komödien verbunden, darunter Welthits wie "Frühstück bei Tiffany" und vor allem die "Der rosarote Panther"-Reihe, in denen sich Gags und zündende Pointen überschlagen.

Der Großvater von William Blake McEdwards war Regisseur, sein Vater Produktionsleiter und Regieassistent in Hollywood. Blake beginnt als Darsteller (1940), spielt jedoch nur in zwei Rollen, dann arbeitet er als Drehbuchautor bis er selbst Regie führt. Er hat mit John Ford, mit William Wyler und Otto Preminger gearbeitet und bei seinen Szenarios für Film und Radio gibt es Erfolge mit einigen "Series policiers".

Sein erster Kinoerfolg ist "Unternehmen Petticoat" (1959) und dann kommt Frühstück bei Tiffany" (1960), der Klassiker mit Audrey Hepburn, George Peppard und Mickey Rooney. Aus der psychologisch zeitkritischen Romanchronik "New Yorker Geschichten" von Truman Capote holte sich Blake Edwards den Stoff für die vergnügliche Gesellschaftskomödie: Hübsches Mädchen vom Lande spielt in der modernen Großstadt Goldgräber. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, eine gute Partie zu machen, flirtet mit älteren Herren, bringt es zu Geld mit einem codierten 'Wetterbericht' nach Singsing, hinter dem sich ein Verbrecherring verbirgt. Sie endet bei einem charmantem Schriftsteller, der überhaupt nicht ihren Vorstellungen vom großen Geld entspricht. Capra und Lubitsch standen Pate bei diesem eleganten Kinovergnügen.

Und Edwards war bei allem Hang zum Komisch-Burlesken praktisch in jedem Genre tätig. Western, Dramen, Thriller wie "Der letzte Zug" (1961) und immer wieder kam er zu den Komödien zurück. Edwards selbst sagte einmal in einem Interview: "Wenn etwas so schlimm ist und nicht mehr zu ertragen ist, muss man sich einen Spaß daraus machen." Und "ich selbst muss einfach für mich einen Sinn für Humor entwickeln, sonst könnte ich nicht überleben. Ich habe Menschen gesehen, die ihren Sinn für Humor verloren haben. Die trocknen aus und sterben."

Mit "Der rosarote Panther" (1963) landete Edwards einen weiteren riesigen Erfolg. Die Story um den trotteligen Inspektor Clouseau machte er zu einer Art Serie. Peter Sellers ist die Titelfigur: In Cortina und Rom ist ein Gentleman-Gangster hinter dem geheimnisvollen "rosaroten Panther" her, die Ehefrau des ermittelnden Inspektors ist mit dem Gangster liiert. Eigenwillig und reizvoll ist hier, dass ein Regisseur mit seinem Hauptdarsteller ganz unterschiedliche Temperamente und Talente entfachte. Die Vielseitigkeit der einzelnen Folgen ist im ersten Film von 1963 schon angelegt: vom Slapstick zum Kalauer, von der James-Bond-Parodie bis zur schier endlosen Jagd zweier Autos um einen Brunnen, die am Ende - wie könnte es anders sein - karambolieren, ist alles an Ideen vorhanden, was eine gute Komödie ausmacht.

Der "rosarote Panther" ist übrigens der kostbare Stein des Maharadscha und Inspektor Clouseau ist der tolpatschig glückvolle Polizist, der dem Geheimnis des Verschwindens auf die Spur kommen will. Andere Komödien wie "Der Partyschreck" (1967) oder "Was hast du denn im Krieg gemacht, Pappi?" (1966) sind turbulente Persiflagen, präsent vor allem durch ihre jeweiligen Hauptdarsteller. So etwa Peter Sellers als Hrundi V. Bakshi, der auf der Party eines einfallslosen, aber sehr reichen Filmbosse alles durcheinanderbringt, weniger aus Ungeschicklichkeit als durch die Tücke des Objekts. Es beginnt mit einem verlorenen Schuh und endet in einem Schaumbad gigantischen Ausmaßes.

In Partyfragen war Blake Edwards seit der Verfilmung von "Frühstück bei Tiffany" Spezialist, hier nun beim "Partyschreck" bewies er eine Liebe zu den großen Kinokomikern von Laurel & Hardy bis Jacques Tati, er lässt die Gags nur so purzeln, bleibt dabei nicht durchwegs kurzweilig, aber immer originell. Blake Edwards' Elefanten im Porzellanladen sorgen für einen der phantasievollsten Filme - schon für Zehnjährige. Immer gab Edwards auf eine so menschlich liebevolle Weise etwas wieder von der Absurdität in unserer Welt und diese ganz tiefe Menschlichkeit, die jede Komödie in ihrem sprühenden Eifer selbst unterscheidet von all den Filmen, die ausschließlich Lacherfolge sind.

Nicht zu vergessen aber: es gibt auch den anderen Edwards, den des Alkoholiker-Dramas "Stärker als alle Vernunft" (1962), den des Thrillers "Der letzte Zug" (1961), des Detektivfilms "Gunn" (1967) oder des meisterhaften Western "Missouri" (1971). Ein Cowboy mittleren Alters hat sich bislang immer mit dem genügsamen Leben zufrieden gegeben. Doch als er eines Tages drastisch erkennt, wie kurz sein Leben ist, gibt er seinen Träumen von einer schönen Hazienda nach, und begeht gemeinsam mit seinem jungen Freund und Mitstreiter einen kleinen Banküberfall. Dann werden sie leider gejagt ...

Dieser Western ist einer von Blake Edwards besten Filmen. Edwards neigte - auch in seinen Komödien - dazu, seine Gags in epischer Breite auszuspielen, doch in "Missouri" stört die breitausladende Spielart nicht, der Film ist aus einem Guss, zudem einer der schönsten amerikanischen Spätwestern. Doch der Misserfolg der ersten Tage verleitete den amerikanischen Verleih, mehr als eine halbe Stunde vom "epischen Ballast" zu kappen. Das machte viel vom Rhythmus kaputt, doch wie bei Peckinpahs "Sierra Charriba" ist auch das Torso noch sehenswert.

Edwards war seit 1969 bis zu seinem Tod mit "Oscar-Preisträgerin Julie Andrews ("Mary Poppins", 1964) verheiratet. Weitere Filme von Balke Edwards: "Der Spätzünder" (1960), "Das große Rennen rund um die Welt", "Inspector Clouseau: Ein Schuss im Dunkeln" (beide 1964), "Darling Lili" (1970), "The Carey Treatment" (1971), "Die Frucht des Tropenbaums" (1974), "Der rosarote Panther kehrt zurück" (1975), "Inspektor Clouseau - der 'beste' Mann bei Interpol" (1976), "Die Traumfrau", "Inspektor Clouseau - Der irre Flic mit dem heißen Blick" (beide 1978), "S.O.B. - Hollywoods letzter Heuler", "Victor/Victoria" (beide 1981), "Der rosarote Panther wird gejagt" (1982), "Der Fluch des rosaroten Panthers", "Frauen waren sein Hobby" (beide 1983), "Micki & Maude" (1984), "A Fine Mess" (1985), "Ärger, nichts als Ärger", "That's Life - So ist das Leben" (beide 1986), "Blind Date - Verabredung mit einer Unbekannten" (1987), "Ein himmlischer Schnüffler", "Skin Deep - Männer haben's auch nicht leicht", "Sunset - Dämmerung in Hollywood" (alle 1988), "Peter Gunn, Privatdetektiv" (1989), "Switch - Die Frau im Manne" (1991), "Der Sohn des rosaroten Panthers" (1993).

Zur Filmografie von William Blake McEdwards
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