Stephen Fry

Blendet das Licht etwa? Stephen Fry (r.) und
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Blendet das Licht etwa? Stephen Fry (r.) und Warren Clarke
Stephen John Fry
Geboren: 24.08.1957 in London, England, Großbritannien

Er gilt als das "enfant terrible" der britischen Kulturszene: Stephen Fry. So führt er etwa die Liste der Leute an, die im Fernsehen am häufigsten das Wort "fuck" gebrauchten und sorgte mit kuriosen Auftritten immer wieder für Skandale. So etwa, als er für drei Monte wegen Scheckkartenbetrugs in Gefängnis kam oder als er in den Achtzigern öffentlich sein Zölibat ausrief. Schauspielkollegin und gute Freundin Emma Thompson beschrieb ihn als "90 % schwul und 10 % anders".

Fry wurde im Londoner Stadtteil Hampstead geboren, wuchs aber in Norfolk auf, wo seine Eltern - Marianne und Physiker und Erfinder Alan Fry - immer noch leben. Bereits während seines Studiums in Cambridge trat er nicht nur als Mitglied des "Cherubs drinking club" in Erscheinung, er spielte auch schon auf der Bühne. So sah man ihn erstmals 1980 in der Mayweek Revue zusammen mit Emma Thompson und Hugh Laurie. Mit Laurie, so behauptete Fry, wurde er von einem Außerirdischen bekannt gemacht. Danach folgten über 30 weitere Theaterstücke. Ebenfalls in dieser Zeit schrieb er sein erstes Stück "Latin". Dafür wurde er 1981 mit dem Scotsman Fringe First des Edinburgh Festivals ausgezeichnet.

Neben seiner Bühnenarbeit trat Stephen Fry ab Anfang der Achtziger bereits in TV-Filmen auf. So hat er bislang in über 80 britischen TV-Filmen und -Serien mitgewirkt und avancierte so zu einem der bekanntesten Schauspieler in England. Fry machte sich aber auch einen Namen in der Literaturszene. Er hat nicht nur Libretti, Dramen, Radio- und TV-Essays geschrieben sondern auch fiktive Geschichten veröffentlicht. Einige seiner TV- und Radioserien - in denen er meist auch mitspielte wie "Alfresco" (1983), "Pushing Up Daisies" (1984), "Saturday Live" (1986), "The Laughing Prisoner" (1987), "Hysteria! Hysteria! Hysteria!" (1988), "A Bit Of Fry And Laurie" (1989/1994), "Hysteria 2" (1989), "Black Adder" (als Lord Melchett) oder "Fire Island" (1999) - erreichten in Großbritannien Kultstatus.

Für das Musical "Me And My Girl", das im Londoner Westend zu einem wahren Publikumsrenner wurde, schrieb er 1984 das Libretto und wurde dadurch noch vor Vollendung des 30. Lebensjahres zum Millionär. Sein erster Roman "Der Lügner" erschien drei Jahre nachdem er es verfasst hatte, 1994 auch in Deutschland und wurde ein Bestseller. So schaffte es Fry auch als Schriftsteller zu Ruhm und Ehren und seine weiteren Werke wurden alle auch ins Deutsche übersetzt: ebenfalls 1994 erschien der Roman "Das Nilpferd", 1996 folgte die Essay-Sammlung "Kolummnen", ein Jahr später der brillante Roman "Geschichte machen" und 2001 sein Roman "Der Sterne Tennisbälle".

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller ist Stephen Fry in Deutschland vor allem durch zwei Filmrollen bekannt geworden: die des Peter in Kenneth Branaghs "Peter's Friends - Freunde sind die besten Feinde" (1992) und durch die Titelrolle von Brian Gilberts Filmbiographie "Oscar Wilde" (1997). 2001 überzeugte er als leicht konfuser Inspektor in Robert Altmans "Gosford Park" und als niederländischer Politiker in der Harry-Mulisch-Verfilmung "Die Entdeckung des Himmels" von Jeroen Krabbé. Für den Film "Bright Young Things" (2003) übernahm er nicht nur die Rolle eines Chauffeurs: er schrieb auch das Drehbuch und führte erstmals Regie.

Weitere Filme mit Stephen Fry: "Good Father - Die Liebe eines Vaters" (1985), "Dangerous Brothers Present: World of Danger" (1986), "The Secret Policeman's Third Ball", "Die Zeit mit Julien", "Ein Fisch namens Wanda" (alle 1987), "Eine Handvoll Staub" (1988), "Old Flames" (1989), "Mr. Roadrunner" (1991, Erzähler), "Common Pursuit" (1992), "Stalag Luft" (1993), "I.Q. - Liebe ist relativ", "Ein ehrenwerter Diebstahl" (beide 1994), "Cold Comfort Farm", "Laughter and Loathing" (beide 1995), "Sturm in den Weiden" (1996), "Spice World - Der Film" (1997), "Mord auf Sendung", "The Tichborne Claimant", "A Royal Birthday Celebration", "Carry On Darkly", "The Book Quiz", "Zivilprozess" (alle 1998), "The Magician's House" (Stimme), "Whatever Happened to Harold Smith?", "Längengrad " (alle 1999), "Gormenghast" (TV-Mehrteiler), "Best", "Relative Values", "Sabotage!", "Love Affairs - Nimm am besten was Du kriegst" (alle 2000), "Surrealissimo: The Trial of Salvador Dali", "Thunderpants" (beide 2002), "Monsieur N.", "The Water Warriors" (Stimme), "Le Divorce" (alle 2003), "The Life and Death of Peter Sellers", "A Bear Named Winnie" (beide 2004), "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" (2004, Erzähler), "Tom Brown's Schooldays", "MirrorMask", "Per Anhalter durch die Galaxis" (Erzähler), "A Cock and Bull Story" (alle 2005), "V wie Vendetta", "Die Zauberflöte" (beide 2006), "Die Girls von St. Trinian" (2007), "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" (2008), "House of Boys" (2009), "Alice im Wunderland" (2010, Sprecher im Original), "Sherlock Holmes: Spiel im Schatten" (2011).

Für den Film "Lucky Break" (2001) lieferte Fry die Texte der dort gesungenen Songs. Außerdem trat er in den TV-Serien "Happy Families" (1985), "This Is David Lander" (1988), "Jeeves and Wooster" (1990), "Watership Down" (1999, Stimme), "Baddiel's Syndrome", "Mob, Da" (Stimme) und "The Sketch Show Story" (alle 2001) auf. Darüber hinaus gehört Fry wohl zu denjenigen, die kaum einem Wohltätigkeitsauftritt auslassen - wenn er nicht gerade als Mac-Fanatiker, Internet-Enthusiat, Teddybär-Sammler, Rektor der Dundee Universität, Cricket-Fan, Sherlockian oder als Mitglied des Groucho Clubs auftritt oder gar mit seinem Doppeldecker durch die Gegend fliegt.

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