Gezieltes Training kann Betroffenen bei einer Blasenschwäche helfen

Wer an Blasenschwäche leidet, schämt sich häufig. Einige Betroffene trauen sich sogar kaum noch vor die Tür, aus Angst, unkontrolliert Urin zu verlieren. Laut des Selbsthilfeverbandes Inkontinenz sind in Deutschland etwa fünf bis acht Millionen Menschen betroffen. Eine konkretere Zahl liegt nicht vor, da Betroffene oft nicht über ihre Probleme sprechen.
Dabei sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Auch, um die genaue Form der Harninkontinenz zu bestimmen. Experten unterscheiden vor allem zwischen zwei Krankheitsbildern: Bei der Belastungsinkontinenz öffnet sich der Harnröhrenverschluss beispielsweise beim Lachen oder bei körperlicher Anstrengung unkontrolliert. Bei der Dranginkontinenz ist die Muskulatur
überaktiv. Es wird fälschlicherweise eine übervolle Blase signalisiert. Oft schaffen es Betroffene nicht mehr rechtzeitig zur Toilette.

Schwimmen kann die Therapie unterstützen

Wer unter einer Belastungsinkontinenz leidet, kann mit einem gezielten Training des Beckenbodens in der Regel eine Verbesserung erreichen. Ein Physiotherapeut zeigt dem Betroffenen, wie er die Belastung des Beckenbodens im Alltag reduziert, falsche Anspannungsmuster ablegt und den Beckenboden kräftigt. Gymnastische Übungen, Yoga und Schwimmen können die Therapie unterstützen.
Als vorbeugende Maßnahme hilft ein Toilettentraining. Wer zu häufig oder zu selten auf die Toilette geht, tut seiner Blase nichts Gutes. Aus Angst trinken Betroffene oft zu wenig. Ein Fehler, denn konzentrierter Harn verstärkt das Gefühl des Harndrangs. Auch eine Ernährungsumstellung kann sinnvoll sein. Scharfe Gewürze oder Kaffee sollten möglichst vermieden werden. Spezielle Blasentees und pflanzliche Medikamente (Kürbis, Goldrute) sind dagegen hilfreich.