Eine Ausstellung in Köln widmet sich einem Trendthema unserer Zeit: dem Pilgern.

"Irgendwas in mir wird dieser Weg schon verändern", heißt es in Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg", dem Bestseller schlechthin über das Pilgern. Doch nicht nur Kerkeling hat sich diesem Thema gewidmet, es ist ein Trend, fast ein Hype. "Die große Reise", "Pilgern auf Französisch" oder "Lourdes" sind nur drei weitere Beispiele dafür.

Dass Pilgern aber mehr ist, zeigt jetzt das Kölner Rautenstrauch-Joost-Museum. Vom 8. Oktober 2016 bis 9. April 2017 ist hier "Pilgern – Sehnsucht nach Glück?" zu sehen. Und das Fragezeichen zeigt schon: Es ist eine kritische Ausstellung, Auf 1400 Quadratmetern werden dafür 14 Pilgerstätten inszeniert – von Santiago bis Kailash, von Äthiopien bis Japan – und neben spirituellen auch wirtschaftliche, politische, ökologische und nicht zuletzt touristische Aspekte des Pilgerns beleuchtet.

Damit das gelingt, hat Projektleiterin Clara Himmelheber hochkarätige Objekte aus fünf Kontinenten – teils aus der eigenen Sammlung – zusammengetragen. Leihgaben aus dem British Museum London, dem Wereldmuseum Rotterdam, dem Muséo de Américas Madrid und privaten Sammlungen runden die Schau ab.

Die Ausstellung stellt aber auch die Frage nach dem heutigen Verständnis von Pilgerschaft: Sind das Grab von Elvis Presley, der Louvre, das Fußballstadion des 1. FC Köln, Open-Air-Festivals oder der Kölner Rosenmontagszug moderne Pilgerziele?

Eins also ist bei dieser Ausstellung sicher: Sie wird nicht nur irgendwas im Besucher verändern, sondern: den Blick auf das Pilgern.