Carolin Soyka spielt in „Abenteuerland“ eine der Hauptrollen, sie ist die Mutter der Familie Schirmer. Die Schauspielerin und Sängerin ist somit bei jeder der Aufführungen im Fokus. Wir haben mit ihr über ihre Arbeit im „Abenteuerland“ gesprochen.
Die Stärke von „Abenteuerland“ ist diese Natürlichkeit der Schauspieler. Als Zuschauer hat man gar nicht so das Gefühl, dass man jetzt irgendwie in einem Stück ist. Bestes Beispiel sind die Familienszenen: Dieses von Ihnen dargestellte Chaos kennt man selbst, wenn man eine Familie hat. Man merkt Ihnen auch den Spaß auf der Bühne an. Ist das nach den vielen Vorstellungen denn immer noch ein Spaß für Sie oder reine Disziplin?
Carolin Soyka: Sicherlich beides. Aber ich bin tatsächlich jeden Tag mit Spaß dabei, denn es ist wirklich so, dass keine Vorstellung, keine Show der anderen gleicht. Da ist immer ein bisschen was anders. Zudem variiert auch die Besetzung immer ein bisschen, denn wir haben wegen der vielen Aufführung auch ein paar sogenannte Cover-Besetzungen, wenn mal jemand krank ist, oder Urlaub hat. Dann springt jemand anders ein. Aber ich bin wirklich seit über einem Jahr begeistert bei der Produktion dabei. Es ist einfach diese Bandbreite, die wir, die ich zeigen darf. Und klar, da mischt sich auch vieles Privates mit hinein, denn auch ich habe Familie, ich habe einen Mann und zwei Kinder. Und insofern schöpfe ich da auch aus dem Vollen (lacht).
Als Petra sind Sie die Mutter im Stück und Ihre Interaktion mit den anderen Schauspielern ist da sehr bemerkenswert. Wie war das denn am Anfang? Mittlerweile sind 300 Vorstellungen gelaufen. Musste man sich da erst einmal hineinfinden?
Carolin Soyka: Sicherlich, denn es war ja eine Uraufführung, eine Weltpremiere. Da mussten wir erst einmal schauen, wohin geht es denn mit diesem „Abenteuerland“? Wo führt die Reise hin? Was passiert mit der Familie Schirmer? Da haben wir uns natürlich am Anfang durchs Proben und durchs Spielen eingegroovt. Und jetzt sind wir natürlich nach einem Jahr eng miteinander verwoben, auch backstage, das mischt sich mit hinein. Und natürlich sind wir eingespielt und das macht jetzt auch nochmal ein Riesenpfund aus, manches läuft mittlerweile automatisch. Es ist aber die große Kunst bei der Sache, dass wir das Stück immer wieder neu denken, uns immer wieder neu begegnen in dem Moment, in der Situation.
Also muss man sich selbst in einen Gedankengang reinfinden, dass man es dann wirklich auch jedes Mal wieder als quasi „das erste Mal“ sieht?
Carolin Soyka: Bestenfalls ja, denn das Publikum erlebt das Stück ja auch zum ersten Mal. Okay, es sind auch viele da, die jetzt vielleicht schon häufiger da waren. Aber dadurch bleibt es für uns im Grunde auch frisch. Wir möchten, dass wir es alle zum ersten Mal erleben, die Geschichte, die sich dann entwickelt und auch die Dramatik, die da drinsteckt. Das darf natürlich in dem Sinne keine Routine werden.
Das sagte uns Felix Althoff von der Technik auch, bei ihm ist es ja auch ähnlich. Es muss irgendwie Routine geben, aber trotzdem darf man nicht in einen Trott verfallen.
Carolin Soyka: Das darf nicht passieren, und bei einer Long-Run-Produktion, bei der auch so viele schauspielerische Elemente enthalten sind, bei so einem emotionalen Stück mit diesen tollen Liedern von Pur und von Hartmut Engler, ist es sehr wichtig, dass wir es immer wieder fühlen.
War „Abenteuerland“ für Sie eine besondere Herausforderung? Oder ist es vergleichbar mit anderen Stücken?
Carolin Soyka: Das ist schon etwas komplett anderes. Auf jeden Fall. Es gibt sehr viele Schauspielszenen, aber durch diese Songs ist der musikalische Teil sehr gleichberechtigt. Im Grunde müssen wir aber auch während der Songs viel spielen. Das macht es für mich einfach so wahnsinnig wertvoll. Also genau diese Mischung liebe ich, insofern ist diese Rolle für mich sehr dankbar.
Das stimmt, die Übergänge vom reinen Spiel in den Gesang sind sehr fließend, das unterscheidet „Abenteuerland“ sehr von vielen Musicals, in denen das irgendwie künstlicher wirkt. Sehen Sie das ähnlich?
Carolin Soyka: Das haben wir auch unserem Creative Team zu verdanken, die das Stück so kreiert haben und die Arrangements geschaffen haben, in denen alles verwoben ist, das Szenische und die Musik.
Was würden Sie sagen, ist das Besondere an dem Musical? Warum sollten die Zuschauer kommen?
Carolin Soyka: Wir bieten eine emotionale Reise, die nah an den Menschen ist. Es so viele Momente, die man auch als Zuschauer aus dem Alltag kennt, aus der eigenen Familie, aus dem Freundeskreis. Gerade deswegen berührt es einen dann auch so sehr. Zudem kann man mitgehen, man kann aber auch lachen. Da ist die ganze Bandbreite abgedeckt. Es ist eine Achterbahnfahrt und wir nehmen Euch alle mit (lacht).
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