22.02.2021 Finanzen

Sparplan: Mit Rendite-Turbo zum Vermögen

Von Jürgen Grosche
Im Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts kann man ablesen, welche durchschnittliche Rendite eine Anlage in Aktien des deutschen Leitindex DAX zu unterschiedlichen Zeiten und Anlagezeiträumen erbracht hat. Weitere Infos dazu hier: https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/renditedreieck.html
Im Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts kann man ablesen, welche durchschnittliche Rendite eine Anlage in Aktien des deutschen Leitindex DAX zu unterschiedlichen Zeiten und Anlagezeiträumen erbracht hat. Weitere Infos dazu hier: https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/renditedreieck.html  Fotoquelle: https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/renditedreieck.html

Wer regelmäßig was zur Seite legt, kann sich über einen längeren Zeitraum ein erstaunlich gutes Finanzpolster aufbauen. Dafür sorgen Turbo-Effekte, die bei einem Sparplan wirken. Vor allem, wenn die Sparer für den Vermögensaufbau auf Aktien setzen. 

Wie soll ich denn mit meinen bescheidenen Mitteln zu einem Vermögen kommen? Das fragen sich viele Menschen, wenn sie sich ihre finanziellen Mittel anschauen. Auszubildende oder Berufsanfänger zum Beispiel verdienen nicht sehr viel und können wenig davon abzweigen, um Rücklagen zu bilden. Doch man sollte nicht die Effekte unterschätzen, die einen Sparplan selbst mit kleinen Summen attraktiv machen.

Allerdings wirken diese Rendite-Turbos nur, wenn das eingesetzte Geld auch was bringt. Zinsen zum Beispiel. Manche erinnern sich vielleicht noch an die goldenen Sparer-Zeiten, als es vier, fünf oder mehr Prozent im Jahr auf die Einlagen im Sparbuch gab. Lange vorbei – heute muss man als Sparer froh sein, wenn man nicht dafür zahlt, dass man sein Geld auf der Bank liegen lässt.

Eine Alternative stellen Aktien dar. Sie haben viele Vorteile. Anleger erwerben mit ihnen Eigentum an Unternehmen, also an Sachwerten. Aktien kann man schnell kaufen und verkaufen, man bleibt also ein Stück weit finanziell flüssig – anders als etwa bei Immobilien. Aber da sind natürlich Risiken. Aktienkurse schwanken – wer im vergangenen Jahr ein Aktiendepot hatte, kann davon ein Lied singen. Die Kurse brachen von Januar bis März um locker mal 40 Prozent ein, um dann bis Jahresende alles wieder aufzuholen. Und wer Wirecard-Aktien gekauft hatte, sitzt auf einem Scherbenhaufen. Der Zahlungsdienstleister ist pleite.

Die Beispiele zeigen: Wer in Aktien investiert, sollte ein paar Regeln beachten. Zum Beispiel Geduld haben. Über längere Zeiträume gleichen sich Kursverluste wieder aus. Und nicht alles auf ein Pferd setzen. Hier eignen sich Fonds. Sie verteilen die Risiken auf viele Unternehmen. Kurz zur Struktur: Ein Aktienfonds ist eine Gesellschaft, die Aktien kauft. Anleger erwerben Anteile an dem Fonds und damit an einem Korb vieler Unternehmen. Unter den Fonds wird eine Gruppe immer beliebter: die so genannten ETFs oder Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds. Wie der Name sagt, kann man sie einfach und schnell über die Börse kaufen und verkaufen. Die meisten von ihnen bilden einen Börsenindex ab, zum Beispiel den deutschen Leitindex DAX, der große deutsche Konzerne enthält. Indexfonds sind deswegen in der Regel kostengünstiger als Fonds, bei denen Manager die Aktien auswählen.

Auf solche Fonds kann man Sparpläne einrichten – und das schon mit kleinen Summen. Bei manchen Banken geht das sogar schon ab 25 Euro im Monat, also durchaus interessant zum Beispiel für junge Menschen, die etwas für ihre Altersvorsorge tun wollen und daher viel Zeit zum Sparen haben.

Und jetzt kommen die Rendite-Turbos ins Spiel. Da ist zum einen der so genannte Durchschnittskosteneffekt. Bei einer festen Sparsumme kauft man weniger Fondsanteile, wenn die Kurse gerade sehr hoch sind. Fallen sie, bekommt man fürs gleiche Geld mehr. Über längere Zeiträume haben die Anleger günstige Durchschnittskosten und nutzen Kursschwankungen aus.

In gewissem Sinne wirkt auch der Zinseszinseffekt, auch wenn es auf Aktien keine Zinsen gibt. Unternehmen zahlen aber regelmäßig Gewinnanteile aus, die so genannten Dividenden. Wenn Sparer diese gleich wieder anlegen, vermehren sie ihr Vermögen, das im nächsten Jahr noch mehr Dividenden abwirft.

Ein Turbo unterscheidet die Geldanlage in Aktien von vielen anderen Investments: die vergleichsweise hohe Rendite. Als Sachwerte gewinnen Aktien über lange Sicht fast immer an Wert. Zum Beispiel die Aktien aus dem DAX. Wer sein Geld mindestens 14 Jahre lang in Aktien des Index investiert hatte, musste nie einen Verlust erleiden, egal wann er ge- und verkauft hat. Anschaulich macht dies das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts. Anderes Beispiel: Finanzexperten haben ausgerechnet, dass Anleger, die ihr Geld mindestens 15 Jahre lang in Aktien des Weltindex MSCI World gehalten hatten, im Durchschnitt pro Jahr eine Rendite von 7,7 Prozent hatten. Da kommt dann selbst mit kleinen Summen was zusammen. Nur ein Beispiel: Ein Sparplan von monatlich 50 Euro erbringt bei einer Rendite von sieben Prozent nach zehn Jahren rund 8600 Euro. Wer dreißig Jahre spart, also zum Beispiel ein junger Mensch für den Ruhestand, hat dann sogar fast 59.000 Euro auf dem Depot. Also: Anfangen, dranbleiben, Geduld haben – diese drei Tugenden können sich sehr wohl auszahlen.

Renditedreieck

Im Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts kann man ablesen, welche durchschnittliche Rendite eine Anlage in Aktien des deutschen Leitindex DAX zu unterschiedlichen Zeiten und Anlagezeiträumen erbracht hat. Weitere Infos dazu hier: https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/renditedreieck.html

Quellen:

Berechnungen MSCI World: https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/sichere-gewinne-erfolgsrezept-fuer-anleger-das-verbirgt-sich-hinter-der-14-bzw-15-jahres-regel-9089714

Sparplanrechner: https://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php

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