08.03.2021 Welches Fahrrad passt zu Ihnen?

Aufsteigen, abfahren, genießen!

Von Marcus Italiani
Bei angenehmen Temperaturen ist eine Radtour mit der Familie einfach herrlich.
Bei angenehmen Temperaturen ist eine Radtour mit der Familie einfach herrlich. Fotoquelle: GettyImages / vgajic

Merken Sie was? Genau: Der Frühling naht, die Tage werden länger, die Flora üppiger, die Freizeit-Möglichkeiten vielfältiger. Also ab aufs Fahrrad und hinein ins Abenteuer!

Wenn es neben dem Laufen eine sportliche Outdoor-Freizeitbeschäftig ung gibt, die nicht unter der Pandemie gelitten hat, dann ist es das Radeln. Zeit auf dem Drahtesel fördert nicht nur den Muskelaufbau und die Kondition, sondern verbrennt auch lästige Kalorien, sodass die Fettpölsterchen quasi verschwinden, während man sich bestenfalls am Panorama einer wunderbaren Naturlandschaft ergötzen kann.

Schon 2020 waren längere Radtouren beliebte Reisevarianten, aber auch die kurzen oder in erster Linie sportlichen Ausflüge sind begehrt wie nie. Davon kündet auch die positive Bilanz der deutschen Radhändler. "Die Nachfrage blieb auch nach Ende der Saison 2020, also über den Winter hinweg, ungewöhnlich hoch. Letztlich wird der Fahrradhandel in 2020 voraussichtlich mit einem Plus in Höhe von circa 25 Prozent abgeschnitten haben", sagt Hans-Peter Obermark vom Verbund des Deutschen Zweiradhandels e.V. (VDZ), der 3 800 von rund 5 000 Fahrradhändlern in Deutschland vertritt. Bei Redaktionsschluss stand das genaue Ergebnis zwar noch nicht fest, aber dass 2020 für die Fahrradhändler eine arbeitsintensive Zeit eingeleitet hat, daran hat Obermark nicht den geringsten Zweifel: "Wir als VDZ schätzen die Nachfrage für 2021 geringer, oder ähnlich der im ‚Megajahr‘ 2020, jedoch etwa 15 Prozent höher als 2019 ein. Es gibt aber auch Aussagen, die der Branche ein nochmaliges Plus von 20 Prozent voraussagen. In jedem Fall wird der Fahrradhandel auf hohem Niveau weiter radeln."

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Auch beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist man sich sicher, dass der Drahtesel bald des Deutschen Lieblingshaustier sein wird. "Corona hat dem Fahrrad einen kolossalen Boom gebracht. Die Fahrradläden und Werkstätten waren vollkommen überlaufen – und auf den Straßen haben wir viele Neuaufsteiger gesehen. Jetzt kommt es darauf an, diese neue Liebe zum Rad zu verstetigen – und tolle Radwege im ganzen Land zu bauen. Geld vom Bund dafür ist reichlich da – im Klimapaket stecken 900 Millionen Euro für Qualitätsradwege in Stadt und Land", sagt ADFC-Verkehrsexpertin Stephanie Krone.

Aber genau daran hapert es aktuell noch. Krone: "Sagen wir so: Deutschland hat sich auf den Weg gemacht, ein fahrradfreundliches Land zu werden – aber im Moment ist es zu allererst noch ein autofreundliches. Es gibt zwar einen breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens, dass wir bessere Radwege und zusammenhängende Netze brauchen, um mehr Menschen aus dem Auto und auf das Fahrrad zu locken. Aber die Fortschritte sind quälend langsam. Die Radfahrerinnen und Radfahrer hierzulande benoten ihre Zufriedenheit mit der Fahrradfreundlichkeit der Städte im Durchschnitt mit der Note 3,9 – und die meisten fühlen sich beim Radfahren nicht sicher."

Sicherheit wird aber nicht nur durch die optimale Infrastruktur vermittelt, sondern auch durch das passende Gefährt. Es gibt kaum etwas Deprimierenderes als kurz nach dem Kauf eines Zweirades festzustellen, dass Fahrer und Fahrrad nicht zusammenpassen. Daher hat sich die prisma-Redaktion die Frage gestellt: Welcher Fahrradtyp passt zu welchem Fortbewegungsmittel?

WELCHER FAHRRADTYP SIND SIE?

CITYBIKE: Diese Fahrradart erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit. Ein niedriger Einstieg lässt bei vielen Modellen zu, dass auch ältere Menschen problemlos aufsitzen können. Die Fahrt selbst erfolgt in komfortabler Sitzposition und mit meist guter Federung und ist hervorragend für den kurzen Ausflug in die Stadt geeignet. Die Nabenschaltung per Drehgriff ist leicht bedienbar, und bei einem Großteil der Räder sorgt eine Rücktrittbremse für Sicherheit.

MOUNTAINBIKE: Sie können es nicht geländig genug haben? Straßen sind ebenso albern wie saubere und ebene Radwege? Eine immerfort sportliche Sitzhaltung ist das, was Sie benötigen, um sich in den Sattel zu schwingen? Das ist Ihr Rad.

HOLLANDRAD: Rahmen und geschwungener Lenker sorgen für eine aufrechte Sitzposition. Das freut vor allem Menschen mit Rückenbeschwerden. Zudem laden die entspannte Sitzposition und die einfache Nabenschaltung geradezu dazu ein, gemütlich durch die Natur zu radeln und seine Umgebung zu genießen.

RENNRAD: Hier sind Sportler gefragt. Grundlagen sind ein extrem leichter Rahmen und die Kettenschaltung. Auf sehr schmalen Reifen und einer eher liegend zu nennenden Sitzposition wird ein gut befestigter Untergrund befahren, der rasante Sprints zulässt.

FALTRAD: Platzsparend zusammenklappbar hat man dieses Gefährt, das die Nachfolge des klassischen Klapprades antritt, immer dabei. Für Berufstätige, die sich zwischendurch per ÖPNV bewegen, ebenso geeignet wie für Menschen, die ihr Rad gerne mit zu einem Ziel nehmen, das sie per PKW ansteuern.

TREKKING-BIKE: Lange Touren sind Ihr Ding. Der Untergrund kann wechseln. Sie schalten gerne sportlich durch bis zu 30 Gänge, möchten aber auch auf die Möglichkeit nicht verzichten, Gepäcktaschen anzubringen und voll verkehrstüchtig über befahrene Straßen zu gleiten? Das Trekking-Bike dürfte die Erfüllung Ihrer Träume sein.

PEDELEC: Sie möchten längere Strecken bewältigen, ohne Hochleistungssport zu betreiben? Greifen Sie zum Pedelec. Die motorunterstützten Fahrräder gibt es in mehreren Varianten. Sie unterscheiden sich vom EBike vor allem, weil ihr Elektromotor erst dann unterstützt, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Hierdurch wird die körperliche Anstrengung reduziert, sodass größere Strecken bewältigt werden können. Pedelecs gelten als Fahrräder, wenn ihr Motor bei einer Nenndauerleistung von 250 Watt den in die Pedale tretenden Fahrer nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt. Sogenannte S-Pedelecs hingegen verfügen über stärkere Motoren und unterstützen den Fahrer bei Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h. Sie gelten als versicherungspflichtige Kleinkrafträder.

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