Auch in der dritten Staffel von "GLOW" spielt Wrestling nur eine Nebenrolle. Dafür gibt es genug andere Herausforderungen, denen sich die Ladies in den neuen Folgen der Netflix-Serie stellen müssen.

Der TV-Deal mag im Finale der zweiten Staffel verlorengegangen sein. Doch wer braucht schon eine Show auf einem schlechten Sendeplatz im Lokalfernsehen, wenn man Abend für Abend in Las Vegas auf der Bühne stehen kann? Beziehungsweise, im Ring: Schließlich steht "GLOW", der Titel der herrlichen Netflix-Comedy, für "Gorgeous Ladies of Wrestling" – wenn auch der Wrestling-Part gern mal ein wenig in Vergessenheit gerät. Auch in der dritten Staffel, die ab 9. August online geht, stehen wieder mehr die menschlichen als die sportlichen Herausforderungen im Vordergrund. Zum Glück.

Denn mal ehrlich: Ohne die enormen sportlichen Leistungen der Darstellerinnen schmälern zu wollen, ihre Wrestling-Moves sind nicht der Grund, warum erklärte Fans wie Bastian Pastewka neuen "GLOW"-Folgen entgegenfieberten: "Nichts interessiert mich weniger als Wrestling, doch diese Serie brachte mich derart zum Lachen, dass ich es kaum glauben konnte", sagte der Komiker im vergangenen Jahr im Interview mit der Agentur teleschau. So wie ihm ging es wohl den meisten Fans der Serie.

Mit der Show im Casino der taffen Sandy (Geena Davis) mag die berufliche Zukunft der GLOW-Ladys für die nächsten Monate gesichert sein, doch durch das Engagement in der Glitzer-Stadt ergeben sich für sie neue Probleme: "Wölfin" Sheila (Gayle Rankin) gerät in eine Identitätskrise, Pseudo-Russin Ruth (Alison Brie) hat an ihrer Fernbeziehung zu knabbern, und "Welfare Queen" Tammé (Kia Stevens) stößt bei der abendlichen Dauerbelastung körperlich an ihre Grenzen. Doch kaum eine andere wird durch die Shows in Las Vegas so sehr aufgerieben wie Debbie (Betty Gilpin), die nicht nur in ihren Rollen als Produzentin, Wrestlerin und Mutter große Selbstzweifel plagen.

Für die Showrunnerinnen Liz Flahive und Carly Mensch sind diese Sorgen nicht einfach nur Accessoires ihrer mal mehr, mal weniger ausführlich beleuchteten Figuren. Ihr Ängste werden nicht oberflächlich abgehandelt, nur um einen Vorwand zu haben, einen Charakter oder einen Handlungsstrang in eine bestimmte Richtung weiterzuentwickeln. Stattdessen werden Probleme erstaunlich ehrlich diskutiert und Sätze gesagt, die man in ihrer Offenheit und Intensität in einem Comedy-Format nicht unbedingt erwartet.

Denn Comedy ist "GLOW" weiterhin, und zwar die Sorte, bei der man laut auflachen muss, weil sich in ihr so herrlich absurde Situationen ergeben. Doch weil die Macherinnen ihre Figuren bei allem Humor doch sehr ernst nehmen, sorgt die Serie auch immer wieder auch für Momente, die ans Herz oder an die Nieren gehen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst