"Lebenslinien"-Porträt

Josef "Peppi" Bachmeier: Wiesnwirt voller Widerspruchsgeist

von Rupert Sommer

Josef "Peppi" Bachmeier ist ein echtes Münchner Original vor. Ein neues "Lebenslinien"-Porträt stellt den Traditionsgastronom, Bewahrer, Erneuerer, Kleinkunstfreund und Festzeltbetreiber vor.

BR
Lebenslinien
Dokumentation • 14.09.2020 • 22:00 Uhr

Eigentlich sollte Josef Bachmaier, den nicht nur in der Münchner Gastro- und Kleinkunst-Szene alle nur "Peppi" nennen, im elterlichen Metzgerei-Betrieb lernen. Doch die entsprechende Lehre brach der schon zu Jugendzeiten latent rebellische Querkopf ab und reiste zunächst einmal nach Nizza. Zurück in München, so zeichnet das einfühlsam das neue BR-"Lebenslinien"-Porträt von Birgit Eckelt nach, vernetzte Bachmaier sich schnell in der Künstlerwelt und gründete zusammen mit zwei Mitstreitern die legendären Brettlbühnen MUH und die Drehleier. Doch das war erst der Anfang einer beispiellosen Karriere für die Kleinkunst.

"Peppi, der widerspenstige Wiesnwirt" lautet der Titel des sehenswerten Porträts. Tatsächlich kam es ihm immer schon auf das Echte, das Bewahrenswerte an – beim Sammeln von Trödel, aber auch beim Einrichten seiner Gastwirtschaften und vor allem bei Kunst, Kabarett und Musik. So bot er Kreativen in seinen Lokalen seit jeher einen Nährboden für urwüchsiges bayerisches Brauchtum, das im neuen Geist wiederbelebt wurde.

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Heute noch ist Bachmaier Wirt und Hausherr im "Fraunhofer", einer urigen Traditionswirtschaft, die er einst vor dem traurigen Schicksal bewahrt hatte, in einen seelenlosen "Wienerwald"-Ableger verwandelt zu werden. Und selbst auf dem kommerziell eng durchgetakteten Oktoberfest ging sein erfolgreiches Wiederbelebungsprinzip auf. Das Bachmaiersche Herzkasperl-Zelt gilt als Bühne für schön subversive handgemachte Volksmusik. In einem Ausnahme-Jahr ohne "Wiesn" vermisst man es in München ganz besonders.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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