"Rabiat"-Doku in der ARD

"Rechte. Rock. Rattenfänger" – Wie Rechtsrock Jugendliche zu Neonazis macht

von Maximilian Haase

Es ist ein Sprungbrett in die Neonazi-Szene: Viele Jugendliche kommen erstmals durch Rechtsrock mit rechtsradikalen Ideologien in Verbindung. Warum das so ist und welche politische Gefahr die rechte Jugendkultur birgt, zeigt die Reportage "Rabiat: Rechte. Rock. Rattenfänger". Begleitet wird dabei auch ein Aussteiger.

ARD
Rabiat: Rechte. Rock. Rattenfänger
Reportage • 25.05.2020 • 23:15 Uhr

Musik bewegt die Jugend – bisweilen eben auch nach rechts. Seit den 90er-Jahren gelingt es Neonazis, junge Menschen mit Rockmusik in die Szene zu locken. Rechtsrock fungiert dabei als Vehikel für die rechtsextreme Agitation Jugendlicher, wie die ARD-Reportage "Rabiat: Rechte. Rock. Rattenfänger" illustriert. Der Film begleitet den Aussteiger Maximilian aus Braunschweig, der die Szene 2015 verließ und von seinen Erfahrungen berichtet. Bevor er selbst rechte Demonstrationen anmeldete, fand der junge Mann über den Rechtsrock Zugang. Laute Gitarren, martialisches Auftreten, gebrüllte Parolen – für viele ist das laut Reportage die "Einstiegsdroge".

Wie immer wagt sich das Radio-Bremen-Format "Rabiat" mitten ins gefährliche Geschehen: Die Reporter Dennis Leiffels und Manuel Möglich begaben sich für ihre Recherche auch auf das Rechtsrock-Festival "Schild und Schwert", kurz "SS", das jährlich Hunderte militante Neonazis ins ostsächsische Ostritz lockt. Dort treten unter anderem Bands wie Kategorie C auf, die in der Szene Kultstatus besitzen. Doch Rechtsrock-Gruppen und Festivals dienen laut Film nicht nur der Rekrutierung von Teenagern und der Selbstbestätigung der Szene. Denn die Einnahmen aus Merchandise und Eintrittsgeld sollen ganze Nazi-Netzwerke finanzieren. Mörderisches Beispiel: Ein im Jahr 2000 verbotenenes Band-Netzwerk soll der Terrorgruppe NSU Geld für Waffen zur Verfügung gestellt haben.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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