"Verliebt in Kroatien" – das klingt nach einer seichteb Liebesschnulze am Mittelmeer. Doch die Geschichte um ein Ehepaar, das die Beziehung des Sohnes wieder kitten will, bietet kurzweilige Unterhaltung auf ordentlichem Niveau.

Gisela (Saskia Vester) und Werner Bauer (Michael Lerchenberg) können ihr Glück kaum fassen: Ihr geliebter Sohn Sebastian (Sebastian Fräsdorf) und seine Freundin Jana (Victoria Schulz) haben ihnen was zu sagen. In den Augen der Eltern können das eigentlich nur zwei Alternativen sein: Entweder hat Sebastian vor, Jana zu heiraten, oder es steht Nachwuchs ins Haus. Doch alles kommt ganz anders: Die beiden gestehen, sie hätten sich auseinandergelebt, seien nur mehr beste Freunde und hätten sich auf eine Trennung geeinigt. Für Werner und Gisela aber ist das keine Option, woraufhin sie Sebastian im Freitagsfilm "Verliebt in Kroatien" zur Selbstfindung zu Werners Bruder Franjo (Siemen Rühaak) nach Kroatien schicken – mit ungeahnten Folgen.

Statt der erhofften Einsicht, mit dem Beziehungsende einen Fehler gemacht zu haben, verliert der Schreinersohn in der kleinen Hafenstadt sein Herz an die lebenslustige Influencerin Mila (Jördis Richter). Und es kommt noch dicker: Das frisch verliebte Paar plant eine Weltreise mit Milas Segelboot. Gisela und Werner reisen deshalb kurzerhand nach Kroatien, wo sie ihren Sohn auf den rechten Pfad zurückbringen wollen, nämlich der perfekten Schwiegertochter Jana eine zweite Chance zu geben. Als sie wenig später Jana unter falschem Vorwand nach Kroatien locken, ist das Liebeswirrwarr perfekt.

Der Titel der Liebeskomödie von Regisseur Bruno Grass lässt wahrlich nichts Gutes vermuten. Glücklicherweise hat der Freitagsfilm im Ersten aber mehr in petto als vor der traumhaften, mediterranen Idylle der kroatischen Küste eine seichte Liebesgeschichte mit kitschigem Happy End zu erzählen. Beinahe alle Figuren erleben im Drehbuch von Christine Heinlein und Martin Dolejs eine Wandlung. Während Werner seine Entscheidung hinterfragt, ohne Murren den Schreinerbetrieb seines Vaters übernommen zu haben, stellt Sebastian seinen Traum vom unabhängigen Weltenumsegler samt Robinson-Crusoe-Gedächtnisfrisur schon bald in Frage.

Gut gelungen ist auch der unterschwellig schwelende Bruderkonflikt zwischen Werner und Franjo. Der traditionsbewusste und gewissenhafte Schreiner, der nie aus seinem kleinen bayerischen Dorf herausgekommen ist, wirft seinem Bruder auch nach Jahrzehnten noch vor, ihn mit dem elterlichen Betrieb alleingelassen zu haben. Dass Franjo auch noch ein Auge auf Gisela geworfen hat, macht die Sache nicht einfacher und stellt die Beziehung des Ehepaars auf die Probe.

Manche Handlungsstränge sind zwar etwas an den Haaren herbeigezogen und mit dem abstrusen Ende schießen die Macher etwas übers Ziel hinaus. Gemessen an den üblichen Freitagsabendfilmen hebt sich "Verliebt in Kroatien" aber angenehm ab und bietet kurzweilige Unterhaltung.

Verliebt in Kroatien – Fr. 28.02. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH