Fünf Assistenzärzte - Dr. Meredith Grey, Dr. Alex Karev, Dr. Isobel "Izzie" Catherine Stevens, Dr. Cristina Yang und Dr. George O’Malley - und ihr Leben und Lieben im Seattle Grace Hospital. Das war – kurzgefasst – der Ausgangspunkt der US-Erfolgsserie "Grey’s Anatomy", als die erste Staffel mit gerade einmal neun Folgen am 27. März 2005 auf ABC an den Start ging. Im deutschen TV fiel der Startschuss für die Ärzte aus Seattle am 14. März 2006 bei ProSieben.

Dauerbrenner seit März 2005

Seither ist viel passiert. Im Laufe von fast 260 Folgen und zwölf Staffeln (März 2005 bis Mai 2016) hat sich einiges verändert. Die Geschichte rund um die Ärzte entwickelte sich kontinuierlich weiter und wurde dabei mit vielen Verwicklungen, unsicheren Liebesbeziehungen, spannenden (medizinischen) Fällen und den ganz normalen Problemen, die sich im Klinik-Alltag so ansammeln können, gewürzt.

Nicht so actiongeladen wie "Emergency Room: Der erste Tag" und nicht so sarkastisch wie "Dr. House" bedient "Grey's Anatomy" mehr das weibliche Publikum, das bei Arztromantik und schicken Göttern in weiß vor dem TV ins Schmachten gerät. In den ersten Staffeln stritten gleich mehrere Ärzte um die Gunst der TV-Zuschauerinnen: McDreamy, der Mann für's Leben, McSexy, der Mann für eine Nacht, Dr. Alex Karev, der arrogante Typ mit Hundeblick, und Dr. George O’Malley, der liebenswerte Kumpeltyp.

Später Karriereschub für Patrick Dempsey

Für "McDreamy" Derek Shepherd alias Patrick Dempsey bedeutete "Grey's Anatomy" einen späten Karriereschub. Als ehemaliger Jungstar spielte er in den 1990er Jahren eher kleine Rollen in weniger erfolgreichen Filmen. 2000 sah man ihn in "Scream 3" und 2002 neben Reese Witherspoon in "Sweet Home Alabama - Liebe auf Umwegen". In seiner Rolle als Dr. Derek Shepherd überzeugte er so sehr, dass er drei Jahre lang (2005-2007) Platz zwei der berühmten People-Magazine-Liste der Sexiest Men Alive einnahm und sich einen lukrativen Werbevertrag für ein Modelabel und eine Kosmetiklinie sichern konnte. Außerdem erhielt er in "Verwünscht" und "Verliebt in die Braut" Rollen, die seinem Image als McDreamy voll und ganz entsprachen.

Und auch Eric Dane erhielt mehr Aufmerksamkeit, als er noch regelmäßig seinen Arztkittel anzog und in die Rolle des Dr. Mark "McSexy" Sloan schlüpfte. Seit Eric Dane "Grey’s Anatomy" den Rücken kehrte und die Serie am Anfang der neunten Staffel verließ, reduzierten sich auch die Medienberichte rund um den gutaussehenden Darsteller.

Zwischen Katastrophe und Happy End

Doch die TV-Zuschauerinnen von "Grey’s Anatomy" gucken seit dem Weggang von Dr. Mark Sloan und Dr. Derek Shepherd nicht in Röhre. Dr. Alex Karev alias Justin Chambers hält tapfer die Stange. Dass sich Dr. Alex Karev dabei immer wieder als weicher Kerl mit harter Schale präsentiert, erwärmt nicht nur die Herzen der TV-Zuschauerinnen. Alex entwickelte sich im Laufe der Serie zu einem liebenswerten Kerl, bei dem irgendwann klar wurde, dass seine arrogante Haltung nur ein Schutzschild seiner eigenen Verletzlichkeit ist.

Auch die titelgebende Dr. Meredith Grey (Ellen Pompeo) sorgt dafür, dass sich keine Langeweile einstellt. Gerade Meredith' privates Problemen-Karussel, das sich Folge für Folge dreht und permanent böse Überraschungen für die sympathische Ärztin bereithält, treibt die Erfolgsserie Staffel für Staffel an. Ihre Freundschaften zu ihren Kollegen – allen voran ihre manchmal recht strapazierte Beziehung zu Dr. Cristina Yang – bringt Meredith immer wieder in Schwierigkeiten. Ihr Verhältnis mit Dr. Derek Shepherd zieht sich über mehrere Staffeln hinweg und pendelt ständig zwischen Katastrophe und Happy End. Da Meredith und Derek wie Feuer und Wasser agieren und ihnen ihre eigene Sturköpfigkeit im Weg steht, ziehen sich Konflikte über mehrere Episoden.

Meredith und Cristina bilden über eine Vielzahl an Folgen und diverse Staffeln zwei Pole in der Gruppe der Ärzteschaft. Auf der einen Seite Meredith, die liebe, nette Ärztin, die immer eine Spur Mitgefühl zeigt und mit sehr viel Herz an alle Probleme geht, auf der anderen Seite Cristina, die ehrgeizige, rationale Diagnostikerin, die für Gefühle keine Zeit hat bzw. keine Zeit haben möchte und auf taffe Art und Weise jeden in seine Schranken weist. Sie trägt ihr Herz – auch wenn häufig angezweifelt wird, dass Cristina überhaupt ein Herz besitzt – auf der Zunge.

Das Personalkarussel dreht sich

Doch nicht nur das Problemkarussel von Meredith ist ständig in Bewegung, auch das "Grey’s Anatomy"-Personalkarussel dreht sich permanent. Von den anfänglichen fünf Assistenzärzten, die im Laufe der Serien-Handlung natürlich ihre berufliche Karriere weiterentwickelten, verließen T. R. Knight (Dr. George O’Malley; Ende Staffel fünf) und Katherine Heigl (Dr. Isobel "Izzie" Catherine Stevens; mit Staffel sechs) bereits vorzeitig ihren Ausbildungsplatz. Und auch Dr. Preston Xavier Burke (Isaiah Washington) - der Mentor und Lover von Cristina – kündigte schon nach der dritten Staffel seine Arztstelle auf. Während die einen das Hospital verließen, kamen neue Gesichter – sowohl Oberärzte als auch Assistenzärzte hinzu – von denen sich Dr. Addison Adrianne Forbes Montgomery (Kate Walsh) dermaßen in Erinnerung spielte, dass sie mit "Private Practice" ein Spin-off zu "Grey’s Anatomy" erhielt. Außerdem gesellten sich Dr. Owen Hunt (Kevin McKidd), Dr. Arizona Robbins (Jessica Capshaw), Dr. Calliope "Callie" Torres (Sara Ramírez), Dr. April Kepner (Sarah Drew), Dr. Jackson Avery (Jesse Williams) und Dr. Amelia Shepherd (Caterina Scorsone) zu dem Team des Krankenhauses hinzu.

Konstante

Bei diesem ganzen personellen Durcheinander bilden gerade einmal vier Darsteller eine Konstante. Neben Ellen Pompeo (Meredith) und Justin Chambers (Alex) sind es noch Chandra Wilson in der Rolle der sehr resoluten Dr. Miranda Bailey und James Pickens junior als Dr. Richard Webber, die bereits in der ersten Folge der ersten Staffel der TV-Serie mit von der Partie waren.