Ein Mädchen wird vermisst
08.11.2021 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Ein Mädchen wird vermisst
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Ein Vermisstenfall nach wahren Begebenheiten

Von Maximilian Haase

True Crime à la Primetime-Krimi: Zum dritten Mal ermittelt Heino Ferch als Kommissar in einem Vermisstenfall. Wie schon die Vorgängerfilme basiert auch "Ein Mädchen wird vermisst" auf wahren Begebenheiten.

"True Crime" erfreut sich auch in Deutschland großer Beliebtheit. Bis vor wenigen Jahren noch fand die kreative Verarbeitung realer Kriminalfälle hierzulande vor allem über US-Formate oder Klassiker wie "Aktenzeichen XY ... ungelöst" (ZDF) statt. Das hat sich inzwischen geändert, davon zeugen nicht zuletzt TV-Versuche wie jene Reihe, in der mit "Ein Mädchen wird vermisst" nun schon der dritte Film auf Basis echter Ereignisse erscheint. 2017 hatte Heino Ferch als Hauptkommissar Ingo Thiel begonnen. Die Premiere "Ein Kind wird gesucht" wurde mit Nominierungen und Preisen bedacht, auch die Quote der ARTE/ZDF-Produktion konnte sich sehen lassen. Nach dem zweiten Krimi "Die Spur der Mörder" (2019), der den Mord an sechs Menschen vor einem italienischen Restaurant in Duisburg 2007 aufgriff, zeigte ARTE den dritten Fall bereits im September in Erstausstrahlung. Nun ist der Film auch im ZDF zur besten Sendezeit zu sehen. Abermals wird Realismus dabei großgeschrieben.

Das zeigt sich vor allem an der akribischen Ermittlungsarbeit, bei der Thiel und seine Kollegen um Winni Karls (Ronald Kukulies), Conny Roth (Sina Bianca Hentschel) und Tim Koller (Moritz Führmann) begleitet werden. Nervenzehrend wird hier jedes Detail ausgewertet, schön durchdachte und plotgerechte Kausalitäten, die zum Täter führen, sind die große Ausnahme. So wie in der Realität eben, auf der auch dieser "True Crime"-Fall beruht. Erzählt wird – der Titel sagt es schon – die Geschichte eines vermissten Mädchens. Die junge Nele Sommer, ehrgeizige Synchronschwimmerin und diabeteskrank, ist nach dem Schwimmtraining verschwunden. Eine Suchaktion läuft ins Leere, ein Gewaltverbrechen wird immer wahrscheinlicher. Doch selbst wenn Nele noch leben sollte: Ihr Insulin würde bald zur Neige gehen.

Schuldzuweisung und Zusammenbruch

Die Ermittlungen führen Thiel und Team zu verschiedenen Anknüpfungspunkten: Spielte es eine Rolle, dass sich die Verschwundene bisweilen gern auf Ladendiebstahl-Tour begab? Könnte die eifersüchtige Freundin involviert sein ("Die hatte überhaupt keinen Freund. Die hatte nur ihr blödes Synchronschwimmen im Kopf")? Und was weiß Neles Vater Holger (Martin Lindow), der über den Abend des Verschwindens seiner Tochter mehr zu wissen scheint (und Heino Ferch im Übrigen nicht unähnlich sieht). Überhaupt, die liebe Familie: Vater und Mutter werfen sich gegenseitig Schuldzuweisungen an den Kopf: "Er will immer alles kontrollieren – wie seinen Blutzucker eigentlich. Aber Menschen kann er nicht so kontrollieren", so die verzweifelte Mutter Christa Sommer alias Sandra Borgmann. Das Drama – gipfelnd in einem beeindruckend gespielten Nervenzusammenbruch – zermartert auch die Psyche der Polizisten.

Wie in der echten Welt inzwischen die Regel, erweist sich eine DNA-Spur als verfolgenswert. Weil "Ein Mädchen wird vermisst" aber wie seine Vorgänger vor allem von der ermittlerischen Ernüchterung lebt, scheint auch der durchgeführte Gentest ins Leere zu führen. Mühsam forscht der Kommissar.

Der Film unter Regie von "Tatort"-Routinier Markus Imboden bleibt auf diese Weise aufregend, bisweilen gehen dem Drehbuch aber mit realitätsfernen Dialogen die Pferde durch. Zumal die Moralanstalt deutscher Krimi manchmal durchscheint, etwa wenn der Herr Kommissar Dinge sagt wie: "Manchmal ist es besser, die Eltern wissen, was ihre Kinder im Netz so treiben." Dennoch: Die Kombination aus echten Fällen, Krimiatmo und Heino Ferch dürfte auch nach dem dritten Film weiterhin gut funktionieren.

Ein Mädchen wird vermisst – Mo. 08.11. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Maret Hoffmann ist Apothekerin und lacht in die Kamera.
Gesundheit

Mit Heilpflanzen gegen Rheuma

Rheuma bringt schmerzende Gelenke mit sich. Doch welche Heilpflanzen helfen wirklich? Von Teufelskralle bis Rosmarin: Eine Apothekerin klärt auf und gibt Tipps.
Corinna Elling-Audersch, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Rheuma-Liga lacht.
Gesundheit

Rheuma selbst managen

Die Deutsche Rheuma-Liga bietet Selbstmanagement-Kurse an, um Betroffenen den Alltag mit Rheuma zu erleichtern. Teilnehmer lernen, mit Schmerzen umzugehen und ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Ernährungstipps und Entspannungsübungen sind Teil des Programms.
DJ Ötzi lacht.
HALLO!

DJ Ötzi im Interview: "DJ Ötzi ist extrovertiert, Gerry dagegen sehr introvertiert"

Gerry Friedle alias DJ Ötzi spricht über die anstehende Mountain Mania in Köln, seine Heimatverbundenheit und den Unterschied zwischen seiner Person und seinem Bühnenalter Ego.
Eine Kastanie im Herbstlaub
Gesundheit

Gesund durch den Herbst

Der Herbst bringt oft Erkältungen mit sich. Doch mit einfachen Maßnahmen wie guter Handhygiene, ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann man Infektionen vorbeugen. Impfungen und Entspannung helfen zusätzlich, gesund durch die kalte Jahreszeit zu kommen.
Martin Reinl und die Figuren der Sesamstraße.
HALLO!

Martin Reinl: „Die Sesamstraße ist für jede Generation etwas anderes“

Martin Reinl, bekannt als Stimme von Elmo und Grobi, gibt Einblicke in seine Arbeit als Puppenspieler und sein neues Buch über die Geschichte der Sesamstraße. Zusammen mit Julian Schlichting beleuchtet er die facettenreiche Welt der Puppen und die Herausforderungen der Produktion.
Professor Dr. med. Burkhard Sievers
Gesundheit

Luftnot bei Frauen: oft verkannt und falsch eingeschätzt  

Eine 54-jährige Patientin litt unter Luftnot und erhielt nach gründlicher Untersuchung die Diagnose Asthma bronchiale. Ein kortisonhaltiges Spray soll nun Linderung verschaffen.