Femizid - Tödlicher Hass auf Frauen
05.05.2026 • 22:15 - 22:45 Uhr
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Originaltitel
Femizid - Tödlicher Hass auf Frauen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
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Wenn Männer Frauen töten

Von Susanne Bald

2024 wurden 133 Frauen in Deutschland von ihrem (Ex-)Partner getötet, 174 überlebten Tötungsversuche. Für den Beitrag "37°: Femizid – Tödlicher Hass auf Frauen" hat Enrico Demurray mit dem Opfer eines solchen Angriffs und der Schwester eines Femizid-Opfers gesprochen. Beide sind Überlebende.

2024 wurden mehr als 130 Frauen in Deutschland von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet, 174 überlebten Tötungsversuche. Zwei Betroffene stehen im Zentrum von Enrico Demurrays Film aus der ZDF-Reihe "37°: Femizid – Tödlicher Hass auf Frauen", der am späteren Dienstagabend ausgestrahlt wird.

Nicht jede Ermordung einer Frau gilt als Femizid, sondern die Einordnung greift erst dann, wenn sie ermordet wurde, weil sie eine Frau ist, weil sie gegen die Vorstellung, die der Täter von der Rolle der Frau in der Gesellschaft hat, in seinen Augen verstoßen hat. Diese Männer betrachten diese Frauen als ihren Besitz. Der Anwalt Ulrich Warncke vom Weißen Ring definiert Femizid im "37°"-Beitrag so: "Ein Mord aus niederen Beweggründen, häufig 'Bestrafungsmorde', weil die Frau sich trennt, weil die Frau einen anderen hat. Das kann der Täter nicht akzeptieren und deswegen tötet er. Aus Rache, aus dem Bedürfnis, seine Wut auszuagieren. Das führt häufig dazu, dass diese Taten regelrechte Hinrichtungstaten sind mit 20, 30, 40, 60 Messerstichen."

Warncke vertritt Ilona aus Frankfurt. Sie wollte sich schon lange vom Vater ihres Sohnes trennen, weil er spielsüchtig war, aggressiv und immer wieder gewalttätig. Es habe häufig Streit gegeben, immer sei sie an allem schuld gewesen. An jenem Abend verließ sie während einer Auseinandersetzung die Wohnung, um einkaufen zu gehen, erzählt Ilona mit zitternder Stimme. Unterwegs habe sie einen Bekannten getroffen. Ihr Partner habe sie verfolgt und wie von Sinnen mit einem Messer auf den vermeintlichen Rivalen eingestochen. Als Ilona dazwischen ging, wurde auch sie lebensgefährlich verletzt. Nachgestellte Szenen, die es im Grunde gar nicht bräuchte, veranschaulichen ihren erschütternden Bericht.

Die ewige Hoffnung, dass er sich ändert ...

Warum sie die Beziehung nicht schon früher beendet habe, wird sie gefragt. "Man hat Hoffnung gehabt, er ändert sich. Er hat immer versprochen, er wird sich ändern", sagt sie entschuldigend. Es ist eine häufige Antwort von weiblichen Opfern häuslicher Gewalt. Auch die unbegründeten Schuldgefühle Ilonas wegen des Todes ihres Bekannten dürften kein Einzelfall sein.

Die zweite Femizid-Überlebende im "37°"-Beitrag ist die Mathematikerin Corina aus Freiburg. Sie ist eine indirekte Überlebende, denn es war ihre Schwester, die 2023 von ihrem Partner getötet wurde. Auch Daniela wollte sich trennen – ihr Freund hatte in Rumänien Kinder und eine Ehefrau, von der wiederum er sich nicht trennen wollte. "Es ist ganz schlimm, ohne sie weiterleben zu müssen", lässt Corina, sichtlich gebrochen, an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Sie und Daniela standen sich sehr nahe.

Es ist ein bewegender Film, der die Traumata, die bis heute auf Ilona und Corina lasten, einfängt, ohne reißerisch zu werden. Er lässt die Frauen von den Taten erzählen, davon, was sie mit ihnen gemacht haben und wie sie versuchen, einen neuen Alltag zu finden. Für viele Opfer sei das Leben "eigentlich vorbei", sagt Anwalt Warnicke. Sie könnten nicht mehr aus dem Haus gehen, nicht mehr arbeiten. Doch Ilona habe sich zurückgekämpft, das sei sehr außergewöhnlich.

"37°: Femizid – Tödlicher Hass auf Frauen" – Di. 05.05. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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