Haveltod - Ein Potsdam-Krimi
13.01.2026 • 20:15 - 22:15 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
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Wolfgang Bahro im Interview
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"Haveltod - Ein Potsdam-Krimi"
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Fernsehfilm, Kriminalfilm

"GZSZ"-Urgestein Wolfgang Bahro kann auch Krimi

Von Marina Birner

Bei "GZSZ" schmiedet Wolfgang Bahro als Jo Gerner Intrigen, nun wechselt er sozusagen die Seiten: Als Profiler taucht er in "Haveltod – ein Potsdam-Krimi" tief in die Psyche von Verbrechern ein.

Ernst Gennat gilt als Pionier der Kriminalistik: Der Chef der Berliner "Mordinspektion" aus der Zeit der Weimarer Republik etablierte das Prinzip "Tatort sichern" und war für seine einfühlsame Art bekannt – das weiß auch Wolfgang Bahro. Der Schauspieler synchronisierte ihn einst im Dungeon Room in Berlin. Nun darf der 65-Jährige, der sich seit 1993 als intriganter Rechtsanwalt Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim "Jo" Gerner eindrucksvoll in die Herzen der "GZSZ"-Fans gespielt hat, erneut Krimi-Luft schnuppern – und zwar als Profiler. Im RTL-Film "Haveltod – ein Potsdam-Krimi" ist der Kult-Bösewicht zur Abwechslung einmal in der Rolle des "Guten" zu sehen.

Als renommierter Profiler Armin Weber begibt sich der Serienstar in dem Krimi (am 13. Januar und parallel auf RTL+) auf Spurensuche. Um sich in die Rolle einzufühlen, nahm sich Bahro ein Beispeil am "Buddha der Kriminalisten", wie er im Interview mit der Agentur teleschau verriet: "Anstatt Druck auszuüben, baute Gennat Vertrauen auf, bot Verdächtigen Kuchen an und sprach mit ihnen auf Augenhöhe." So habe er viele zum Reden gebracht. "Ein spannender Ansatz, den ich nun in meiner neuen Rolle zumindest teilweise auch ausprobieren konnte", erklärt der gebürtige Berliner, der nun also in Potsdam ermittelt.

Die Stadt ist in Aufruhr: Im Glockenturm der Heilandskirche wird eine Frauenleiche gefunden, offenbar wurde sie auffällig inszeniert. Schnell zeigen sich beunruhigende Parallelen zu einem ungelösten Mordfall aus der Vergangenheit. Kriminalhauptkommissar Gregor Weber (Felix Kreutzer) sieht sich deshalb gezwungen, ausgerechnet den damaligen Ermittler, eine Koryphäe seines Fachs, hinzuzuziehen: seinen eigenen Vater Armin. Doch das Verhältnis der beiden ist seit Jahren angespannt ... Nicht nur die fachlich präzisen Ermittlungen im grausigen Mordfall, sondern auch die Darstellung der Vater-Sohn-Beziehung beeindruckt.

Wie der Vater, so der Sohn

Bahro ist selbst Vater und kann die familiären Spannungen daher gut nachvollziehen, wie er sagt: "Der Vater wollte seinen Sohn schützen und nahm ihm Entscheidungen ab – aus Sorge, er könne sie nicht selbst treffen", erklärte er Webers Beweggründe, seinen Sohn Gregor von einem früheren Fall abzuziehen, der dem aktuellen sehr ähnlich ist. "Aber Kinder müssen auch eigene Erfahrungen machen, auch negative. Nur so lernen sie." Im Film ist es nun Armin Weber, der den Vertrauensbruch wieder geradezurücken hat. Analytischer Scharfsinn trifft dabei auf starke Emotionen: Das Schauspieler-Duo harmoniert trotz aller Reibereien ihrer Alter Egos.

Vater und Sohn geraten in diesem hochdramatischen Krimi nicht nur in emotionale Konflikte, sondern auch ins Visier eines gefährlichen Täters. Die entscheidende Frage ist, ob Armin mithilfe seiner "Profiler"-Erfahrung die seelischen Abgründe des Mörders entschlüsseln und weitere Taten verhindern kann.

Vor allem Felix Kreutzer überzeugt in der Rolle eines Ermittlers, der an den verschwimmenden Grenzen zwischen Privatleben und Dienst zu zerbrechen droht: "Die Trennung zwischen Einsatz und Zuhause gelingt nicht mehr." Dem Darsteller aus "SOKO Kitzbühel" (als Tobias, 2018-2021) spielt für die vielschichtige Figur vor allem seine körperliche Konstitution in die Karten: "Es kommt mir natürlich entgegen, dass ich seit meiner Kindheit Kampfsport mache und dort viel mit Polizistinnen und Polizisten trainiere, die sich nicht nur mit mir, sondern auch mit meiner Neugier rumschlagen müssen."

Unter der Regie von Andy Fetscher, der neben Willi Kubica und Florian Schumacher auch als Drehbuchautor verantwortlich zeichnet, tauchen die Darsteller tief ein in die menschliche Psyche. Und unter der Anleitung des bekannten Kriminalisten Axel Petermann, der für die Profiler- und Polizeifachberatung zuständig war, ist ein authentisches Drama entstanden, das die Themen Schuld und Eifersucht aufgreift und dabei dunkle menschliche Abgründe sichtbar macht.

"Haveltod – Ein Potsdam-Krimi" – Di. 13.01. – RTL: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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