Im Namen der Wahrheit - Traue Niemandem
27.09.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung
Die Ermittlungen führen Kommissar Matzen (Karsten Antonio Mielke, re.) zu seiner Ex-Frau Uta (Hanna Jürgens, li.).
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Die Polizistin Romina Kaminzki (Kathrin Angerer, re.) und Ermittler Kai Matzen (Karsten Antonio Mielke, 2. v. re.) wissen wer die gefundene Leiche im Kofferraum des Autos ist.
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Kommissar Matzen (Karsten Antonio Mielke, l.) erfährt vom Vater des Opfers, Dirk Tietze (Hubertus Hartmann, r.), mehr über die Mordnacht.
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Fünf Jahre zuvor: Das Opfer, Alexandra Tietze (Lucy Gartner, 2. v. li.), feiert am Abend ihrer Ermordung ausgelassen mit ihren neuen Freunden Jess (Berit Vander, li.), Emi (Kaya Leonie Boch, 2. v. re.) und Timo (Adrian Grünewald, r.) im Internat.
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Originaltitel
Im Namen der Wahrheit - Traue Niemandem
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Fernsehfilm, Kriminalfilm

Sitzt ein Unschuldiger wegen Mordes im Gefängnis?

Von Susanne Bald

Vor fünf Jahren wurde ein Lehrer wegen des Mordes an einer Schülerin verurteilt – ohne Leiche, nur aufgrund von Zeugenaussagen und Indizien. Als nun die Leiche des Mädchens im wahrsten Sinne des Wortes auftaucht, rollt die Strafverteidigerin Sophia Dreyer (Petra Schmidt Schaller) den Fall neu auf.

"Es scheint so, als ob alle ein bisschen gelogen hätten – und alle aus unterschiedlichen Gründen." Zu diesem Schluss kommt die Strafverteidigerin Sophia Dreyer (Petra Schmidt-Schaller), Protagonistin des ARD-Krimis "Im Namen der Wahrheit – Traue Niemandem", als sich nach ausführlichen Zeugenbefragungen so langsam die titelgebende Wahrheit zu zeigen scheint. Dreyer hatte zuvor die Wiederaufnahme des Verfahrens in einem Mordfall erwirkt, das längst als abgeschlossen galt. Doch die Sache mit der Wahrheit, mit Schuld und Unschuld ist eben nicht immer so eindeutig, wie die am Samstagabend ausgestrahlte Degeto-Produktion zeigt.

Nach dem Verschwinden der 15-jährigen Schülerin Alexandra vor fünf Jahren hatte das Gericht, allein aufgrund von Zeugenaussagen und Indizien, ihren Lehrer Hajo Rick (Lasse Myhr) wegen Missbrauchs und Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Als nun Alexandras Leichnam im Kofferraum eines aus einem See gefischten Mercedes gefunden wird, der nicht Rick gehörte, setzt Sophia Dreyer alles daran, die Wahrheit herauszufinden.

"Ist es Ihrem Berufsstand nicht egal, ob jemand unschuldig ist?", fragt Kai Matzen (Karsten Antonio Mielke), damaliger und aktueller Ermittler im Fall Alexandra. "Ja, aber mir nicht", erwidert Sophia. Und schon bald fragt sich auch Matzen selbst, ob er und der damals zuständige Staatsanwalt Gero Schmidt (Harald Krassnitzer) etwas übersehen haben. Ein Justizirrtum?

Ist die Wahrheit von gestern auch die von heute?

Also befragen Dreyer und Matzen unabhängig voneinander, wenngleich sich ihre Wege immer wieder kreuzen, die Zeugen, die für Ricks Verurteilung gesorgt hatten. Seine Ehefrau Anne (Amy Benkenstein) hatte ihn schwer belastet, glaubte sie doch sicher, dass er eine Affäre mit seiner Nachhilfeschülerin hatte. Heute sei sie sich da nicht mehr so sicher. Alexandras Mitschüler Timo (Adrian Grünewald) und Jess (Berit Vander) hatten ausgesagt, dass Rick seine Stellung als Lehrer missbraucht habe, hinter Schülerinnen her gewesen sei und Alexandra "entsorgt" habe, nachdem er mit ihr "fertig" gewesen sei. Ganz so überzeugt scheinen auch sie heute nicht mehr zu sein.

Und der Mercedes aus dem See? Der war am Abend nach Alexandras Verschwinden von Leo Winter (Stefan Rudolf) gestohlen gemeldet worden – einst Kommissar Matzens bester Freund. Wie es aussieht, entsprachen auch seine Aussagen damals nicht ganz der Wahrheit. Mehr noch: Sogar Hajo Rick hatte bei der Verhandlung offenbar Informationen verschwiegen, die ihn womöglich entlastet hätten. Weshalb? Schritt für Schritt nähern sich Sophia Dreyer und Kai Matzen der Wahrheit ...

Aber was ist eigentlich "Wahrheit"? Laut Duden "die Übereinstimmung einer Aussage mit der Sache, über die sie gemacht wird", also das, was mit Fakten belegt werden kann. Nicht erst in Zeiten von "Post-truth" und "alternativen Fakten" scheint "Wahrheit" allerdings ein formbarer Begriff zu sein. Kein Wunder, dass das Konzept von Wahrheit seit jeher zu den zentralen Themen der Philosophie zählt.

Auftakt einer neuen Reihe?

Nun, so philosophisch wird es am Samstagabend dann freilich nicht. Am Ende geht es in dem ARD-Degeto-Krimi um die klassische, mit Fakten belegbare Schuldfrage. Leider hat man es sich bei der Auflösung der Täterschaft am Ende dann doch etwas leicht gemacht. Zudem ist nicht ersichtlich, weshalb man Harald Krassnitzer und Dennenesch Zoudé für eher kleine, nicht wirklich der Handlung dienende Rollen besetzte. Es sei denn, "Im Namen der Wahrheit – Traue Niemandem" soll der Auftakt einer Reihe werden, wovon bisher nichts bekannt ist.

Allerdings: Petra Schmidt-Schaller und Karsten Antonio Mielke sind als Ermittler-Duo so charismatisch und sympathisch, dass man ihnen gerne bei weiteren gemeinsamen Ermittlungen zusehen würde. Und auch über die Vergangenheit der beiden gäbe es sicher noch so einiges Interessantes zutage zu befördern ...

"Im Namen der Wahrheit – Traue Niemandem" – Sa. 27.09. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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