Knast in Deutschland
19.06.2026 • 17:15 - 18:00 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
JVA-Beamtin Reetz kontrolliert den Hof vor jeder Freistunde der Inhaftierten. Sie stellt sicher, dass keine Überwürfe stattgefunden haben oder gefährliche Gegenstände im Hof herumliegen.
Vergrößern
Regine S. arbeitet in der Wäscherei. Etwa 1,5 Tonnen Wäsche wird hier jeden Tag gewaschen, getrocknet, gebügelt oder gemangelt. Die Inhaftierten kümmern sich um die gesamte Anstaltswäsche für neun Justizvollzugsanstalten und für sechs private Unternehmen.
Vergrößern
Lisa M. nimmt seit ihrem zwölften Lebensjahr Drogen. Kein Einzelfall: Etwa 65 bis 70 Prozent aller Inhaftierten in der "Justizvollzugsanstalt Frankfurt am Main III" haben eine Suchtproblem.
Vergrößern
Das 1975 gegründete Mutter-Kind-Heim in Frankfurt ist das erste seiner Art. Bis heute können dort Mütter mit ihren Kindern bis zum dritten Lebensjahr untergebracht werden – vorausgesetzt, die Mutter wird bald entlassen oder wechselt in den offenen Vollzug
Vergrößern
Originaltitel
Knast in Deutschland
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Knast in Deutschland

Wenn Frauen in Haft kommen, verlieren sie oft mehr als ihre Freiheit. Der Kontakt zur Familie bricht ab. Doch in der JVA Frankfurt III gibt es für einige eine Chance auf einen Neuanfang. Nur etwa sechs Prozent der Inhaftierten in Deutschland sind Frauen. Viele sind suchtkrank oder traumatisiert. Die JVA Frankfurt III ist eine der größten Frauenhaftanstalten des Landes und bietet alle Haftarten, von kurzen Strafen bis zur lebenslangen Haft. "Wir kommen mit allen Straftaten in Kontakt", sagt Justizvollzugsbeamtin Reetz. Doch hinter jeder Strafakte steckt eine individuelle Geschichte. Lisa M. zum Beispiel. Die 33-Jährige ist drogenabhängig und sitzt unter anderem wegen Betrugs und Diebstahl in Haft. Ihre drei Töchter sieht sie seit Jahren nicht. Im Gefängnis macht sie eine Ausbildung in der Systemgastronomie - eine Chance für einen Neustart. Doch der Alltag bleibt hart: Haftraumkontrollen, feste Abläufe, die Trennung von der Familie. Regine S. kennt dieses Leben. Die 49-Jährige ist ebenfalls drogenabhängig, zum zweiten Mal in der JVA inhaftiert und mittlerweile clean: "Ich hoffe, dass mir die Leute draußen noch mal eine Chance geben." Für Mütter, die ihre Kinder mit in den Vollzug bringen, gibt es in Frankfurt ein Mutter-Kind-Heim. Im geschlossenen Bereich können Kinder bis zu drei Jahren mit ihren Müttern zusammenleben. Auch Katarina A. lebt dort mit ihrem Baby. Ihr Kind kam während ihrer Haft per Kaiserschnitt zur Welt. "Mein Mann durfte nicht bei der Geburt dabei sein, stattdessen waren Justizbeamte im Raum", erzählt sie. Während ihr Neugeborenes mit ihr in Haft ist, wachsen ihre älteren Kinder beim Vater auf. "Mein großer Sohn weiß, wo ich bin. Der Kleine denkt, ich bin in einer Therapieeinrichtung." Neben dem Alltag der Inhaftierten beleuchtet die Dokumentation auch die Arbeit der Justizvollzugsbeamten und Sozialarbeiter. In Frankfurt kümmern sich rund 170 Mitarbeitende um die Inhaftierten. Sozialarbeiterin Marjorie Schol arbeitet mit Frauen, die schwere Gewaltverbrechen begangen haben. "Es ist wichtig, die Frauen in ihren Geschichten ernst zu nehmen - aber auch ihre Verantwortung nicht aus den Augen zu verlieren." Die Dokumentation zeigt die Herausforderungen, Ängste und Hoffnungen der Frauen hinter Gittern. Ein Blick auf ein Leben, das für viele nicht vor, sondern erst in der Haft wirklich beginnt.

Das beste aus dem magazin

Olivia Jones (l.) und Johannes Hegemann 
HALLO!

Olivia Jones über den ZDF-Film: „Da ist keine Fiktion dabei“

Im ZDF-Film „Olivia“ werden auch schmerzhafte Kapitel aus Olivia Jones’ Leben gezeigt. Nun verrät sie, wie viel davon wirklich passiert ist.
Kiepenheuer & Witsch
Gesundheit

Für Sie gelesen: „Macht Musik! Wie Musik uns ein Leben lang trägt und glücklich macht“

Dr. Pop zeigt in seinem Buch "Macht Musik!", wie tief Musik unser Leben beeinflusst, von der pränatalen Phase bis ins hohe Alter. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Anekdoten beleuchtet er die positiven Effekte der Musik auf Entwicklung und zwischenmenschliche Beziehungen.
Prof. Dr. med. Fadi Al-Rashid im weißen Kittel.
Gesundheit

Hightech erkennt koronare Herzerkrankungen früher

Plaques in den Gefäßen können gefährlich sein, aber dank moderner Techniken wie IVUS und NIRS können Risiken frühzeitig erkannt und behandelt werden. Die Universitätsmedizin Essen ist ein Vorreiter in der Anwendung dieser Verfahren.
Tarja Turunen in einem schwarzen Kleid mit lila Schleppe.
HALLO!

Tarja Turunen über ihr neues Album "Frisson Noir"

Tarja Turunen spricht über ihre Erfahrungen mit der Rock-Meets-Classic-Tour, die Produktion ihres neuen Albums "Frisson Noir" und ihre Meinung zu Musiklabels.
Jim Kerr (rechts) und Charlie Burchill stehen nebeneinander.
HALLO!

Jim Kerr: "Man muss tiefer gehen"

Jim Kerr und Charlie Burchill, die Gründungsmitglieder der Simple Minds, haben das Buch "Unsere Musik, unsere Geheimnisse" veröffentlicht. Darin erzählen sie von ihrer jahrzehntelangen Freundschaft, die das Fundament der Band bildet, und reflektieren über ihre musikalische Reise und Erfolge wie das Album "Once Upon a Time".
Das Buch „Der Darm-Doc – Wie du deine Verdauungsprobleme in den Griff bekommst“
Gesundheit

Für Sie gelesen: „Der Darm-Doc – Wie du deine Verdauungsprobleme in den Griff bekommst“

In "Der Darm-Doc" erklärt Dr. Ulrich Selz die zentrale Bedeutung des Darms für die Gesundheit und bietet praktische Tipps zur Verbesserung der Verdauung. Themen wie Reizdarm und Ernährung werden verständlich aufbereitet und helfen, Gesundheitsprobleme selbst anzugehen.