Mordufer
06.03.2026 • 20:15 - 21:15 Uhr
Serie, Krimiserie
Lesermeinung
Gerichtsmediziner Gregor Eisen (Ronald Kukulies, l.) gibt den Kriminalkommissarinnen Doro Beitinger (Franziska Weisz, M.) und Chiara Locatelli (Maria Wördemann, r.) am Tatort am Ufer des Bodensees erste Informationen zum brisanten Todesfall.
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Anästhesist Jonas Hinz (Pablo Sprungala, l.) wird am Ufer des Bodensees von den Kriminalkommissarinnen Doro Beitinger (Franziska Weisz, M.) und Chiara Locatelli (Maria Wördemann, r.) befragt. Kann er zur Aufklärung des Mordfalls beitragen?
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Kriminalkommissarin Doro Beitinger (Franziska Weisz) zwischen Familieneinkauf und Ermittlung.
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Kriminalkommissarin Doro Beitinger (Franziska Weisz, l.) und ihre Chefin, Kriminalhauptkommissarin Chiara Locatelli (Maria Wördemann, M.), im Gespräch mit Gerichtsmediziner Gregor Eisen (Ronald Kukulies, r.).
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimiserie

Schönheitschirurgin auf dem Scheiterhaufen: Neuer Bodensee-Krimi startet mit harten Fällen

Von Maximilian Haase

Zwei Frauengenerationen ermitteln am Bodensee: In der neuen ZDF-Krimiserie "Mordufer" kehrt eine Kommissarin nach langer Zeit in den Dienst zurück und muss sich der jüngeren Vorgesetzten unterordnen. In Folge eins wartet im Fall einer verbrannten Schönheitschirurgin viel Konfliktpotenzial.

Von "Nord Nord Mord" bis "München Mord" erfreuen sich ähnliche Wortspiele in der deutschen Krimilandschaft großer Beliebtheit. Nun gesellt sich ein weiterer Titel hinzu, angesiedelt ganz im Süden: Die neue ZDF-Krimiserie "Mordufer" begleitet zur Freitagsprimetime zwei Ermittlerinnen, die am Bodensee komplexe Fälle lösen. Dabei treffen verschiedene Frauengenerationen aufeinander: Kommissarin Doro Beitinger, gespielt von Ex-"Tatort"-Darstellerin Franziska Weisz, kehrt nach 15 Jahren Pause in den Dienst zurück und muss sich daran gewöhnen, dass sie mit Chiara Locatelli (Maria Wördemann) nun eine wesentlich jüngere Vorgesetzte hat. Während auch die privaten Verhältnisse viel Stoff für Konflikte bieten, warten vor idyllischer Kulisse grausige Abgründe. Gleich im ersten Fall "Brennen soll sie" bekommt es das Duo mit einer verkohlten Leiche zu tun.

Eine zur Unkenntlichkeit verbrannte Frau – der Premierenfall geht an die Nieren. "Macht man das hier so?", fragt die gerade nach Überlingen gezogene Locatelli. "Den traditionellen Sommerfunken ja. Frauen für sämtliche Unheil verantwortlich machen und auf dem Scheiterhaufen verbrennen – normalerweise nein", erklärt der Pathologe. Der Ton der Gemeinschaftsproduktion von ZDF, ORF und SRF ist gesetzt: Regionale Traditionen treffen auf progressive Kritik, herrliche Landschaften auf menschliche Untiefen – und zwei auf ihre Weise taff inszenierte Frauen aufeinander. Angesichts der brutalen Tat raufen sich die korrekte Karrierefrau Locatelli und die in den letzten Jahren vor allem auf Familie und Care-Arbeit konzentrierte Beitinger schnell zusammen.

Harte Fälle und fordernde Familie

Bei der Toten handelt es sich um Schönheitschirurgin Julia Spranger, die in ihrer Klinik als auch privat mit Problemen zu kämpfen hatte. Während ihre Ehe kurz vor der Scheidung und ihr Mann kurz vor dem Auszug stand, wirft das titelgebende Grafitti "Brennen soll sie" an der Schönheitsklinik Fragen auf. Was weiß die stellvertretende Leiterin Gülay Aksoy (Ilknur Boyraz), die um den Ruf der Institution fürchtet? Oder hatte Udo Spranger (Christian Erdmann) ein Motiv, seine Frau umzubringen?

Die Kommissarinnen, sich auch dank ihrer herausragenden Darstellerinnen prächtig ergänzen, geraten in ein komplexes Netz aus Abhängigkeiten und Geldfragen. Hilfe erhalten sie von den Zoll-Kollegen (Lucas Prisor und Paul Ahrens), die dank Grenznähe in der Serie unterhaltsame Sidekick-Rollen übernehmen. Anders als die ebenfalls von ZDF und ORF produzierte Krimireihe "Die Toten vom Bodensee" spielt "Mordufer" aber vor allem auf der deutschen Seenordseite.

Die ersten vier, je einstündigen Folgen, inszeniert von Christoph Ischinger, beschäftigen sich mit düsteren Fällen, aber auch mit dem Privatleben der Ermittlerinnen: Während Locatelli die Eigenheiten der Region näher kennenlernt (fehlende Funkmasten!), kümmert sich Beitinger, die kürzlich noch ihre Mutter pflegte, weiter um Kinder und Hund. "Die männlichen Kollegen haben trotz Familie Karriere gemacht, sie steht wieder am Anfang", beschreibt Franziska Weisz die im deutschen Krimi selten erzählte Situation ihrer Figur. Das bedeutet aber auch: "Sie riskiert nicht ihr Leben, nur um einen Fall zu lösen", so die Hauptdarstellerin im Interview mit der Agentur teleschau. Die Frage, wie wichtig einer Frau der Beruf sein darf, sei "leider immer noch ein Thema".

Wie sind harter Beruf und fordernde Familie vereinbar? Welche Rolle wird heute noch von Frauen erwartet? Wie blicken verschiedene Frauengenerationen auf Lebensentwürfe und die Männerdomäne Polizei? Diese Fragen verhandelt das Format kritisch und oft augenzwinkernd: "Entschuldigung, ich hab' Kinder" – "Muss man sich dafür entschuldigen?" – "Kommt wahrscheinlich auf die Kinder an."

"Unglaublich gastfreundlich"

"Für mich war der Bodensee völliges Neuland, und ich war begeistert", blickt Franziska Weisz auf den Dreh zurück. Die Vorzüge, die die Kommissarinnen in der Serie genießen, weiß auch die 45-jährige Österreicherin zu schätzen: "Nach dem Drehtag noch schnell in den See zu springen, unkompliziert irgendwo rein, das war echt ein Geschenk", zitiert sie der Sender. Ernte man in Großstädten "eher Augenrollen", hätten sich die gastfreundlichen Überlinger "über unser Filmteam gefreut". Gute Voraussetzungen also für die vielversprechend startende Krimiserie.

Vier Folgen zeigt das ZDF jeweils freitags, um 20.15 Uhr, online verfügbar sind alle Episoden bereits ab Freitag, 27. Februar. Im zweiten Fall "Kurzes Glück" (Freitag, 13. März) wird die Leiche eines Lottogewinners am Grund des Bodensees gefunden.

Mordufer – Fr. 06.03. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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