Cornelia Froboess pokert als Rentnerin Rosa um ihre Familie.

"Mutti, bring den Weinbrand, wir haben was zu feiern", schreit Kurt (Werner Prinz) durch das Haus. Seine Frau Rosa (Cornelia Froboess) ist aber gar nicht begeistert von den Geschäften, die ihr Mann mit ihrem Schwiegersohn Udo (Simon Hatzl) bespricht. Aber wie so oft: Keiner will auf die taffe Oma hören. Die deutsch-österreichische Koproduktion "Oma zockt sie alle ab" punktet mit alpenländischem Witz und brandenburgischer Trockenheit. Cornelia Froboess – bekannt geworden als Schlagersängerin Conny – passt wunderbar hinein in die schräge Geschichte. Doch leider tappt der Film, der nun erneut im Ersten gezeigt wird, nach einiger Zeit in die Klischee-Falle und bleibt da bis zum Ende stecken.

Rosa erkennt, wenn jemand lügt. Deshalb ist sie sich sicher, dass ihr Schwiegersohn Udo etwas im Schilde führt. Eines Abends folgt sie ihm heimlich und landet in einer dubiosen Bar. Kellner Charly (wunderbar: Karl Fischer) weiht sie in das Geheimnis des Hinterzimmers ein: Dort wird um Geld gespielt. Charly erzählt ihr auch, dass ihr Schwiegersohn spielsüchtig ist. Natürlich glaubt ihre Familie Rosa das nicht, bis eines Tages Udos Lügengebilde zusammenbricht. Es kommt heraus, dass er bis zum Hals in Schulden steckt. Und das, wo doch Schwiegervater Kurt ihm gerade erst sein eigenes Haus überschrieben hat.

Udos Frau Trixi (Sabine Waibel) hat von alldem nichts gewusst. Sie ist schockiert von den dubiosen Geschäften ihres Mannes und flüchtet sich zu ihren Eltern. Mutter Rosa gibt aber auch ihr die Schuld an der Situation, da ihre Tochter all die bösen Vorzeichen ignorierte. Um ihre Familie vor der Straße zu retten, will Rosa ausgerechnet durch ein Pokerturnier das verlorene Geld zurückgewinnen.

Mit dem Grazer Poker-Milieu ist nicht zu spaßen, wie man an dem fiesen Grinsen der Gangster in "Oma zockt sie alle ab" unschwer erkennen kann. Das mag zwar wahr sein, trotzdem kommt die harte Poker-Gang nicht gerade glaubwürdig rüber. Der Film hat einfach eine Schippe Naivität und Klischee zu viel abbekommen. Mit dabei: der stolze Patriarch, die naive Ehefrau, der betrügerische Ehemann und die intelligente Oma.

Spätestens, wenn Trixi mit Gesichtsmaske durch die Wohnung läuft und das Sushi für den Kindergeburtstag abbestellt, darf entgeistert mit den Augen gerollt werden. "Vorstadtweiber"-Drehbuchautor Uli Brée sollte womöglich lieber in Wien bleiben, denn seine Grazer Geschichte lässt viel von der aus der Erfolgsserie gewohnten Originalität und Spritzigkeit vermissen. Mit Cornelia Froboess als Pokerface-Rosa wird die Geschichte immerhin charmant erzählt, doch wirkt "Oma zockt sie alle ab" nur wie ein Film, der aus lauter alten Geschichten neu zusammengesetzt wurde.


Quelle: teleschau – der Mediendienst