Cornelia Froboess

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Vom Backfisch zur Charakterdarstellerin: Cornelia Froboess.
Fotoquelle: ZDF
Cornelia Froboess
Geboren: 28.10.1943 in Wriezen a.d. Oder, Deutschland
Sternzeichen: Skorpion

Cornelia "Conny" Froboess, Tochter des Komponisten und Tontechnikermeisters Gerhard Froboess und dessen Frau Margaretha, überzeugt durch eine beeindruckende Bandbreite: Kinderstar mit Stimme ("Pack' die Badehose ein" sowie Filmdebüt als Siebenjährige in "Sündige Grenze", 1951), Tralala-Backfisch, Schlager- und Filmstar, Teenageridol, Bühnenschauspielerin, Fernsehstar, Synchronsprecherin, Mutter, Musical-Actrice (1984/85 als Eliza Doolitte in "My fair Lady"), preisgekrönte Charakterstarstellerin...

Ihre Kritiker haben immer wieder gelobt, dass sie sich nicht einfach von der frühen Erfolgswelle weitertragen ließ, sondern 1959 mit dem Beginn einer vierjährigen Schauspieler-Ausbildung den steinigen Weg einer Bühnenkarriere einschlug, mit Bravour ins "ernste" Fach wechselte, die deutsche (Boulevard-)Bühnenlandschaft beackerte und es bis zur langjährigen Münchner Kammerschauspielerin brachte. Parallel dazu entwickelte sich Froboess auch im Fernsehen von der sporadischen Serienschauspielerin ("Derrick", "Der Kommissar", "Der Alte") zu einer Charakterdarstellerin in abendfüllenden TV-Filmen.

Das in Berlin aufgewachsene "Gör" wurde nach dem Krieg durch einige Songs Deutschlands erster Kinderstar. Mit "Diana", eine Paul-Anka-Komposition, erreichte sie etwas später Platz zwei der Hitparade. Ein Schlagerstar (später u.a. mit dem Platz-Eins-Hit "Zwei kleine Italiener") war geboren, der in vielleicht 20 Schlagerfilmen zum Teenager-Idol Nr. 1 avancierte. Ihre Filmpartner waren Peter Weck, Rex Gildo, Peter Alexander und immer wieder Peter Kraus, Jungstar wie sie.

Die Filme aus dieser Zeit bis Anfang der Sechzigerjahre heißen etwa: "An jedem Finger zehn" (1954), "Große Star-Parade" (1954), "Lass die Sonne wieder scheinen" (1955), "Der lachende Vagabund" (1958), "Wenn die Conny mit dem Peter" (1958), "Hula-Hopp Conny" (1958), "Wenn das mein großer Bruder wüßte" (1959), "Ja, so ein Mädchen mit 16" (1959), "Conny und Peter machen Musik" (1960), "Schlager-Raketen" (1960), "Meine Nichte tut das nicht" und "Mein Mann, das Wirtschaftswunder" (beide 1960), "Junge Leute brauchen Liebe" und "Mariandl" (beide 1961), "Mariandls Heimkehr" (1962), "Der Musterknabe" (1963) und "Hilfe - meine Braut klaut" (1964).

1966 wollte Peter Kraus, inzwischen 27, endlich kein Teenager mehr sein und auch Conny Froboess hatte dem Showbiz den Rücken gekehrt. "Wenn sie wirklich Theater spielen wollen", riet der Wiener Kritiker Hans Weigel der angehenden Bühnenschauspielerin, "dann gehen sie in die Provinz, lassen sie sich die Möglichkeit geben, dort schlecht sein zu dürfen, kleine und große Rollen spielen zu müssen und - zu lernen". Gesagt, getan! Unterwegs, in Braunschweig und Salzburg, lernte Conny Froboess den Theatermann Prof. Dr. Hellmuth Matiasek kennen, den späteren Intendanten des Münchner Gärtnerplatz-Theaters (bis 1996), den sie 1967 heiratete (zwei Kinder: Agnes, 1968 und Kasper, 1970), als Matiasek noch Intendant am Braunschweiger Theater war. 1972 folgte Cornelia Froboess ihrem Mann nach München und wurde festes Mitglied der Münchner Kammerspiele.

In diesen Jahren stand die Theaterarbeit für Froboess ganz im Vordergrund. In den 70ern dreht die Schauspielerin nur einen Kinofilm ("Crazy - Total verrückt", 1973), einige Krimi-Episoden und TV-Filme, darunter "Mathilde Möhring" (1969) und die "Geschichte einer Liebe" (1978). Rainer Werner Fassbinder war es, der Conny wieder vor die Filmkamera brachte: "Die Sehnsucht der Veronika Voss" (1982). Aber die Bühne ließ der Schauspielerin nur gelegentliche Ausflüge ins Fernsehen zu: "Balthasar im Stau" (1979), "Der Regenmacher" (1980), "Das Käthchen von Heilbronn oder: Die Feuerprobe" (1981), "Der Sommer des Samurai" (1985), "Faust - Vom Himmel durch die Welt zur Hölle" (1987), "1945" (1994), "Tag der Abrechnung - Der Amokläufer von Euskirchen" (1994, Bayerischer Filmpreis für Froboess), "Fesseln" (1995), "Der Sohn des Babymachers" (1995).

1996 dreht Cornelia Froboess an der Seite von Katja Riemann "Angst hat eine kalte Hand" (Telestar und Sonderpreis der Akademie der "Darstellenden Künste"). Nachdem beide Kinder ausgezogen sind, wohnen Cornelia und Hellmuth in bäuerlicher Idylle im Bayrischen.

Weitere Filme: "Polly oder Die Bataille am Bluewater Creek" (1975), "Die Story" (1976), "Liebe mit 50" (1976), "" (1996), "Koerbers Akte: Tödliches Ultimatum" (1997), "Koerbers Akte: Kleines Mädchen - großes Geld" (1997), "Polizeiruf 110 - Totenstille" (1999), "Mein Bruder, der Idiot" (1999), "Tatort - Mord am Fluss" (2000), "Hirnschal gegen Hitler" (2000), "Anwalt Abel - Salut Abel!" (2001) und "Die wilden Kerle", "Stärker als der Tod" (beide 2003), "Villa Henriette" (2004), "Eine halbe Ewigkeit" (2011), "Ostwind" (2013) "Ostwind 2" (2015).


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