Georg Thomalla

Lesermeinung
Geboren
14.02.1915 in Kattowitz, Oberschlesien, heute Polen
Gestorben
25.08.1999 in Starnberg, Deutschland
Sternzeichen
Biografie
Der etwas klein geratene, sympathisch-schnoddrige Schauspieler mit dem überaus flotten Mundwerk ist als liebenswerter Volkskomödiant für ein Millionenpublikum in mehr als 120 Filmparts und in ungezählten Auftritten am Boulevard-Theater in Erinnerung geblieben. Zu großen Rollen im Charakterfach hat es allerdings nicht gereicht, obwohl man Thomalla stets sehr viel mehr Professionalität nachsagte, als er in seinen überwiegenden Klamauk-Rollen zeigen konnte: als "Der keusche Lebemann" (1952) etwa, als alberner Hadschi Halef Omar in Karl-May-Verfilmungen, als "Lümmel"-Vater Nietnagel oder als schrulliger Hochwürden.

Seine Filmtitel hießen eben nicht "Manche mögen's heiß" (1959), sondern "Der Fürst von Pappenheim" (1952). So beschränkte sich sein Einsatz für das große Kino auf seine Synchronstimme, die er dem Komikerstar Jack Lemmon in dessen Filmen seit "Manche mögen's heiß" lieh. "Mann zu klein, Kopf zu groß" hatte der Berliner Theaterkritiker Friedrich Luft Georg Thomallas Versagen im Charakterfach einmal auf den Punkt gebracht. Den Kampf gegen die Klamauk-Rollen hat der Sohn eines Justizbeamten allerdings mit Würde und Können sowie "Disziplin, Arbeit und Gottvertrauen" (Thomalla) bestanden.

Über seinen Bruder, einen Operetten-Tenor, fand der früh verwaiste Georg nach einer Lehre als Koch den Weg an die Bühne. "Land des Lächelns" hieß sein erster Einsatz vielsagend. Das weitere Rüstzeug erspielte sich Georg Thomalla bei Wanderbühnen, später in Gelsenkirchen und Gera (Reußisches Theater) und an diversen Berliner Bühnen, darunter die Komödie und das Theater am Kurfürstendamm. Parallel dazu entwickelte sich seit Anfang der Vierziger eine Filmkarriere, u.a.: "Peter Voss, der Millionendieb" (1946), "Um eine Nasenlänge" (1949, mit Theo Lingen, Hans Moser), "Man spielt nicht mit der Liebe" (1949), "Eine Nacht im Separee" (1950), Kurt Hoffmanns "Fanfaren der Liebe" (1951, neben Dieter Borsche, Grethe Weiser) mit einem deutlichen Populäritätsschub, "Meine Frau macht Dummheiten" (1952), "Der Fürst von Pappenheim" (1952), "Der Onkel aus Amerika" (1952), "Meine Tante, deine Tante", "Musikparade" (beide 1956), "Scampolo" (1957), "Das haut einen Seemann doch nicht um" (1958), "Die Sklavenkarawane" (1958), "Der Löwe von Babylon" (1959), "Die Försterchristel" (1962), "Ludwig Thomas Lausbubengeschichten" (1965), "Wenn Ludwig ins Manöver zieht" (1967), "Die Lümmel von der ersten Bank - Zur Hölle mit den Paukern" (1968), "Immer Ärger mit den Paukern" (1968), "Unser Doktor ist der Beste" (1969), "Hochwürden drückt ein Auge zu" (1971), "Immer Ärger mit Hochwürden" (1972) ...

Dazwischen standen nach dem Krieg ein fünfjähriges Engagement bis 1952 an der Berliner Komödie, Auftritte in Willi Schaeffers "Kabarett der Komiker" (1948-56) und Erfolge mit dem Ensemble des Berliner Schlossparktheaters. Erst mit Beginn der Siebziger kommt Georg Thomalla durch das Fernsehen zu anspruchsvolleren Rollen und mehr Ansehen: 1969 werden die "Komischen Geschichten mit Georg Thomalla" aufgenommen, die 1984 erneut ins ARD-Programm finden. "Ein Komiker - mal ernst, mal heiter" (1980) zeigt den Schauspieler in Szenen aus seinem Lieblingsrepertoire. 1983 startet die Reihe "Ein Abend mit Georg Thomalla". Auf den Bühnen in München, Hamburg, Wien und Berlin feiert Georg Thomalla daneben seit 1973 in mehr als 900 Auftritten Publikumserfolge in der Curth-Flatow-Komödie "Ein Mann, der sich nicht traut". Flatow schrieb für ihn auch "Vater einer Tochter" (1980).

Zu seinem 75. Geburtstag kam 1990 die Flatow-Komödie "Willi - Ein Aussteiger steigt ein" ins Fernsehen; 1991 folgte die Fortsetzung "Willi - Ein Aussteiger steigt auf". Thomalla war seit 1957 mit Margit Mayrl verheiratet. Mit der Betreiberin einer Pension im österreichischem Bad Gastein hatte er den Sohn Valentin (Tino). Aus einer früheren Verbindung stammt Sohn Thomas Härtner. Insbesondere für seine Rollenstudien hatte sich Thomalla gerne in sein spanisches Haus in Javea zwischen Alicante und Valencia zurückgezogen. Thomalla brauchte privat die Ruhe. Häufige Erwähnung finden in Artikeln über ihn seine Vorliebe für Meditationen (Yoga) und sein Hobby, das Sammeln von Ikonen.

Filme mit Georg Thomalla
1942
Wir machen Musik
Komödie
1949
Um eine Nasenlänge
Komödie
1950
Komplott auf Erlenhof
Komödie
1954
Bei dir war es immer so schön
Musikkomödie
1956
Ein Mann muss nicht immer schön sein
Musikkomödie
1956
Meine Tante - Deine Tante
Krimikomödie
1956
Musikparade
Musikfilm
1957
Ein Stück vom Himmel
Liebesfilm
1957
Die beiden scheinen sich zu mögen: Romy Schneider
und Paul Hubschmid
Scampolo
Liebeskomödie
1958
Die Sklavenkarawane
Abenteuerfilm
1958
Ooh ... diese Ferien!
Komödie
1959
Der Löwe von Babylon
Abenteuerfilm
1960
Das Spukschloss im Spessart
Komödie
1962
Der Vogelhändler
Musikfilm
1962
Die Försterchristel
Heimatfilm
1962
Schneewittchen und die 7 Gaukler
Musikkomödie
1964
Lausbubengeschichten
Heimatfilm
1965
Ich suche einen Mann
Komödie
1967
Vater Nietnagel (Georg Thomalla, mit Uschi Glas,
l.) fühlt sich recht wohl bei einer Party
Die Lümmel von der ersten Bank - Zur Hölle mit den Paukern
Teenagerkomödie
1967
Wenn Ludwig ins Manöver zieht
Komödie
1968
Immer Ärger mit den Paukern
Verwechslungskomödie
1969
Die Konferenz der Tiere
Zeichentrickfilm
1969
Unser Doktor ist der Beste
Musikkomödie
1970
Hurra, unsere Eltern sind nicht da
Komödie
1970
Hurra, wir sind mal wieder Junggesellen
Musikkomödie
1970
Nachbarn sind zum Ärgern da
Komödie
1970
Unsere Pauker gehen in die Luft
Komödie
1971
Hochwürden drückt ein Auge zu
Komödie
1971
Kinderarzt Dr. Fröhlich
Liebeskomödie
1972
Immer Ärger mit Hochwürden
Komödie
1972
Mensch ärgere dich nicht
Komödie
1973
Wenn jeder Tag ein Sonntag wär'
Komödie
1974
Auch ich war nur ein mittelmäßiger Schüler
Komödie
1992
Das Traumschiff
Reihe
1992
Lilien in der Bank
Fernsehfilm

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