Georg Thomalla

Georg Thomalla (mit Peter Weck) in "Immer Ärger mit 
Hochwürden" (1972)  Vergrößern
Georg Thomalla (mit Peter Weck) in "Immer Ärger mit Hochwürden" (1972) 
Georg Thomalla
Geboren: 14.02.1915 in Kattowitz, Oberschlesien, heute Polen
Gestorben: 25.08.1999 in Starnberg, Deutschland

Der etwas klein geratene, sympathisch-schnoddrige Schauspieler mit dem überaus flotten Mundwerk ist als liebenswerter Volkskomödiant für ein Millionenpublikum in mehr als 120 Filmparts und in ungezählten Auftritten am Boulevard-Theater in Erinnerung geblieben. Zu großen Rollen im Charakterfach hat es allerdings nicht gereicht, obwohl man Thomalla stets sehr viel mehr Professionalität nachsagte, als er in seinen überwiegenden Klamauk-Rollen zeigen konnte: als "Der keusche Lebemann" (1952) etwa, als alberner Hadschi Halef Omar in Karl-May-Verfilmungen, als "Lümmel"-Vater Nietnagel oder als schrulliger Hochwürden.

Seine Filmtitel hießen eben nicht "Manche mögen's heiß" (1959), sondern "Der Fürst von Pappenheim" (1952). So beschränkte sich sein Einsatz für das große Kino auf seine Synchronstimme, die er dem Komikerstar Jack Lemmon in dessen Filmen seit "Manche mögen's heiß" lieh. "Mann zu klein, Kopf zu groß" hatte der Berliner Theaterkritiker Friedrich Luft Georg Thomallas Versagen im Charakterfach einmal auf den Punkt gebracht. Den Kampf gegen die Klamauk-Rollen hat der Sohn eines Justizbeamten allerdings mit Würde und Können sowie "Disziplin, Arbeit und Gottvertrauen" (Thomalla) bestanden.

Über seinen Bruder, einen Operetten-Tenor, fand der früh verwaiste Georg nach einer Lehre als Koch den Weg an die Bühne. "Land des Lächelns" hieß sein erster Einsatz vielsagend. Das weitere Rüstzeug erspielte sich Georg Thomalla bei Wanderbühnen, später in Gelsenkirchen und Gera (Reußisches Theater) und an diversen Berliner Bühnen, darunter die Komödie und das Theater am Kurfürstendamm. Parallel dazu entwickelte sich seit Anfang der Vierziger eine Filmkarriere, u.a.: "Peter Voss, der Millionendieb" (1946), "Um eine Nasenlänge" (1949, mit Theo Lingen, Hans Moser), "Man spielt nicht mit der Liebe" (1949), "Eine Nacht im Separee" (1950), Kurt Hoffmanns "Fanfaren der Liebe" (1951, neben Dieter Borsche, Grethe Weiser) mit einem deutlichen Populäritätsschub, "Meine Frau macht Dummheiten" (1952), "Der Fürst von Pappenheim" (1952), "Der Onkel aus Amerika" (1952), "Meine Tante, deine Tante", "Musikparade" (beide 1956), "Scampolo" (1957), "Das haut einen Seemann doch nicht um" (1958), "Die Sklavenkarawane" (1958), "Der Löwe von Babylon" (1959), "Die Försterchristel" (1962), "Ludwig Thomas Lausbubengeschichten" (1965), "Wenn Ludwig ins Manöver zieht" (1967), "Die Lümmel von der ersten Bank - Zur Hölle mit den Paukern" (1968), "Immer Ärger mit den Paukern" (1968), "Unser Doktor ist der Beste" (1969), "Hochwürden drückt ein Auge zu" (1971), "Immer Ärger mit Hochwürden" (1972) ...

Dazwischen standen nach dem Krieg ein fünfjähriges Engagement bis 1952 an der Berliner Komödie, Auftritte in Willi Schaeffers "Kabarett der Komiker" (1948-56) und Erfolge mit dem Ensemble des Berliner Schlossparktheaters. Erst mit Beginn der Siebziger kommt Georg Thomalla durch das Fernsehen zu anspruchsvolleren Rollen und mehr Ansehen: 1969 werden die "Komischen Geschichten mit Georg Thomalla" aufgenommen, die 1984 erneut ins ARD-Programm finden. "Ein Komiker - mal ernst, mal heiter" (1980) zeigt den Schauspieler in Szenen aus seinem Lieblingsrepertoire. 1983 startet die Reihe "Ein Abend mit Georg Thomalla". Auf den Bühnen in München, Hamburg, Wien und Berlin feiert Georg Thomalla daneben seit 1973 in mehr als 900 Auftritten Publikumserfolge in der Curth-Flatow-Komödie "Ein Mann, der sich nicht traut". Flatow schrieb für ihn auch "Vater einer Tochter" (1980).

Zu seinem 75. Geburtstag kam 1990 die Flatow-Komödie "Willi - Ein Aussteiger steigt ein" ins Fernsehen; 1991 folgte die Fortsetzung "Willi - Ein Aussteiger steigt auf". Thomalla war seit 1957 mit Margit Mayrl verheiratet. Mit der Betreiberin einer Pension im österreichischem Bad Gastein hatte er den Sohn Valentin (Tino). Aus einer früheren Verbindung stammt Sohn Thomas Härtner. Insbesondere für seine Rollenstudien hatte sich Thomalla gerne in sein spanisches Haus in Javea zwischen Alicante und Valencia zurückgezogen. Thomalla brauchte privat die Ruhe. Häufige Erwähnung finden in Artikeln über ihn seine Vorliebe für Meditationen (Yoga) und sein Hobby, das Sammeln von Ikonen.

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