Kurt Hoffmann

Einer der bekanntesten deutschen 
Nachkriegsregisseure: Kurt Hoffmann  Vergrößern
Einer der bekanntesten deutschen Nachkriegsregisseure: Kurt Hoffmann 
Kurt Hoffmann
Geboren: 12.11.1910 in Freiburg im Breisgau, Deutschland
Sternzeichen: Skorpion
Gestorben: 25.06.2001 in München

"Film ist für mich optisch musikalische Komposition" sagt er und ein anderes Mal: "Wo Menschlichkeit und Ironie sich berühren, wo Heiterkeit und Zärtlichkeit sich finden, da beginnt mein weites Feld." Heiterkeit und Frohsinn hat Kurt Hoffmann in Dutzenden von Filmen verbreitet, nicht von ungefähr war ein burschikoser Typ vom Schlage der Liselotte Pulver Star in vielen seiner Filme: Sie war die "Ich denke oft an Piroschka" (1955) in einer seiner erfolgreichsten Romanzen, die kesse Zaza in "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" (1957) und die Komtesse Franziska im heiter verspielten Musical "Das Wirtshaus im Spessart" (1957).

Eine andere Liebe galt dem Humoristen und Satiriker Erich Kästner, dessen Werk sich Hoffmann immer wieder zuwandte, obwohl er selbst erkannt haben mag, dass gerade die Kästner-Verfilmungen nicht zu seinen lockersten und besten gehörten. Weder "Drei Männer im Schnee" von 1954, noch die "Salzburger Geschichten" (1956) nach dem "Kleinen Grenzverkehr" oder "Liebe will gelernt sein" (1962), allenfalls noch "Das fliegende Klassenzimmer" (1954) wurden Kästner gerecht. Neben Helmut Käutner und Wolfgang Staudte galt Hoffmann immer als der Regisseur der heiteren Muse, doch einige seiner eigenwilligsten und besten Filme sorgten über den Humor hinaus für einen heilsamen Schock: Die Satire auf unser Wirtschaftswunderland "Wir Wunderkinder" von 1958, das poesievoll musikalische Märchen vom "Engel, der seine Harfe versetzt" (1958) und das düster melancholische Filmgedicht "Das Haus in der Karpfengasse" (1964) gehören mit zu den wichtigsten Filmen von Kurt Hoffmann, und nicht zuletzt mit ihnen hat er Filmgeschichte geschrieben.

Als Sohn des berühmten Kameramann Carl Hoffmann, dem die frühen Verfilmungen der "Die Nibelungen (1): Siegfried" und des "Faust - Eine deutsche Volkssage" zu danken sind, wurde Kurt Hoffmann in Freiburg im Breisgau geboren. Obwohl er nicht unvorbelastet zum Film kam, war sein Weg nicht leichter als der vieler Kollegen: Als Volontär und Laufbursche begann er beim Komödienass Eric Charell, seine Lehrmeister waren Rudolf Schünzel, Robert Siodmak und Gustav Ucicky, Wolfgang Liebeneiner und Hans Steinhoff, bald war er dann den meisten von ihnen künstlerisch überlegen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellt sich für den Regisseur Kurt Hoffmann eine neue Aufgabe: In den Dreißiger- und Vierzigerjahren hatte man von vielen Filmen gleichzeitig deutsche und französische oder englische Versionen gedreht, teilweise sogar mit anderen Hauptdarstellern. Nach dem Krieg war das nun anders: Erst wollte man Filme nur untertiteln, doch dann begann man deutsche Synchronfassungen herzustellen. Und Kurt Hoffmann bemühte sich hier, aus der Not eine Tugend zu machen: gute Sprecher auszusuchen, die dem Charakter der originalen Schauspieler möglichst nahe kommen.

So stellte er deutsche Sprachversionen von amerikanischen Filmen her: "Das Lied der Bernadette" mit Jennifer Jones, Ernst Lubitschs "Rendezvous nach Ladenschluss" mit James Stewart, "Das Haus der Lady Alquist" mit Ingrid Bergman und viele andere. Mit dem Film "Der Fall Rabanser" gelingt ihm 1950 einer der ersten interessanten deutschen Kriminalfilme nach dem Krieg. Die Arbeit verrät Gespür für Spannung und Dramatik, die Handlung hält sich von Schablonen fern; "Klettermaxe" war 1952 eine heitere Diebeskomödie, "Moselfahrt aus Liebekummer" (1953) sympathisch unsentimental und "Hokuspokus" (1953) die geistreiche Justizkomödie schlechthin, übrigens von und mit Curt Goetz.

Später zog sich Kurt Hoffmann vom Film zurück. Seine liebenswerte Lockerheit, die sanfte Unterhaltung, ganz einfach - sein Kino war nicht mehr gefragt. Das ist sicher auch tragisch, denkt man daran, dass Regisseure wie Charlie Chaplin, John Ford oder Howard Hawks bis ins Greisenalter gearbeitet haben. Doch in den Fernsehprogrammen stoßen wir immer wieder auf Titel wie "Ich denke oft an Piroschka", "Das Wirthaus im Spessart" oder "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull." Wie sehr man Kurt Hoffmanns Thomas Mann-Adaption missverstanden hat, liest man in Walther Schmiedings Kinobuch "Kunst und Kasse": "Nach "Piroschka" zeigt sich, dass Hoffmann von der Schablone des Lustspiel-Regisseurs loszukommen trachtete. In seiner der literarischen Vorlage inadäquaten Verfilmung von Thomas Manns "Die Bekenntnisse des Felix Krull" suchte er die Musterungsszene, in Anklang an Wolfgang Staudtes "Der Untertan", zu einer ironischen Distanzierung von preußischem Militarismus zu machen."

Weitere Filme von Kurt Hoffmann: "Hurra! Ich bin Papa!", "Paradies der Junggesellen" (beide 1939), "Quax, der Bruchpilot" (1941), "Ich vertraue dir meine Frau an" (1942), "Ich werde dich auf Händen tragen", "Kohlhiesls Töchter" (beide 1943), "Das verlorene Gesicht" (1948), "Heimliches Rendezvous", "Fünf unter Verdacht" (beide 1949), "Stadt im Nebel", "Taxi Kitty" (beide 1950), "Fanfaren der Liebe", "Königin einer Nacht" (beide 1951), "Liebe im Finanzamt" (1952), "Moselfahrt aus Liebeskummer", "Musik bei Nacht" (beide 1953), "Der Raub der Sabinerinnen", "Feuerwerk" (beide 1954), "Heute heiratet mein Mann" (1956), "Das schöne Abenteuer", "Lampenfieber" (beide 1959), "Das Spukschloss im Spessart" (1960), "Die Ehe des Herrn Mississippi" (1961), "Schneewittchen und die 7 Gaukler" (1962), "Schloß Gripsholm" (1963), "Dr. med. Hiob Prätorius" (1964), das Remake "Hokuspokus - Oder: Wie lasse ich meinen Mann verschwinden?" (1965), "Liselotte von der Pfalz" (1966), "Herrliche Zeiten im Spessart", "Rheinsberg" (beide 1967), "Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung" (1968), "Ein Tag ist schöner als der andere" (1969) und "Der Kapitän" (1971).


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