Stralsund - Die rote Linie
15.10.2022 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
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Originaltitel
Stralsund
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Schock-Kontakt mit der eigenen Vergangenheit

Von Rupert Sommer

Der mittlerweile 20. Film der Ostsee-Krimireihe "Stralsund" rund um Katharina Wackernagel erzählt als ein echtes Highlight der Reihe diesmal einen besonders dichten Fall, in dem es um falsche und verlässliche Loyalitäten geht – und um eine brutale Re-Traumatisierung der Kommissarin.

Eine Leiche am Jachthafen: Ein Mann mit einem Stich direkt ins Herz wurde so am Tatort hinterlassen, dass es wie eine Hinrichtung, ja sogar wie eine brutale Warnung aussehen muss. Von Beginn an weht ein unangenehmer Seewind durch den neuen ZDF-Samstagabendkrimi "Stralsund – Die rote Linie", eine steife Brise von Härte und Kälte. Und doch könnte es der Ausgangspunkt für Routineentwicklungen sein, würde Ermittlerin Nina Petersen (Katharina Wackernagel) nicht buchstäblich vor der eigenen Haustüre einen blutverschmierten Verletzten vorfinden.

Es ist ein Mann, der die für sie zuletzt wieder einigermaßen gefestigte Welt schlagartig gefährdet. Es handelt sich um ihren Ex-Kollegen Benjamin Lietz (Wotan Wilke Möhring), mit dem sie einst mehr als nur beruflich eng verbunden war.

Ein schwerer Fehler: Warum hält Nina wichtige Informationen zurück?

Plötzlich liegt jener Ben, der den Polizeidienst längst verlassen musste und der lange in einem Gefängnis in Süddeutschland weggesperrt war, verwundet durch einen Schlag ins Gesicht und einem Messerstich im Oberschenkel im Schlamm. Und sein Erscheinen müsste eigentlich viele Fragen aufwerfen. Doch Nina holt ihn erst einmal auf ihr Sofa. Einen Rettungswagen und vor allem ihre Dienstkollegen ruft sie nicht. Eine womöglich menschliche Entscheidung. Aber auch ein schwerer Fehler. Schon nach kurzer Zeit wird der rätselhafte Ankömmling auf Bildern einer Überwachungskamera entdeckt – in der Nacht des Mordes am Jachthafen.

Rasch überschlagen sich die Ereignisse: Ninas altgedienter Kollege Karl Hidde (Alexander Held) möchte die Ermittlerin lieber selbst über die brisante Foto-Entdeckung informieren, schon tappt er in eine Falle. Auf dem Grundstück der Polizistin werden beide von Unbekannten überfallen und niedergeschlagen. Als Nina später leicht verletzt wieder zu Bewusstsein kommt, ist nicht nur Ben, sondern auch der Polizist Karl verschwunden. Offenbar wurde er von skrupellosen Gangstern verschleppt. Spuren führen ins osteuropäische Mafia-Milieu und zu einem illegalen Handelsnetz mit Autoteilen.

Undercover auf der Ostsee-Fähre nach Litauen

Die Kriminaler in Stralsund finden heraus, dass sich Karl Hidde in einem Lastwagen mit einer brisanten Fracht auf einer Fähre mit dem Ziel Litauen befinden muss. Kurzentschlossen gehen auch Nina, ihr Kollege Karim Uthmann (Karim Günes) sowie der Technik-Experte Stein (Andreas Schröders) an Bord. Kurz zuvor erreicht sie noch eine schwer beunruhigende Telefonnachricht von Ben: "Nina, wenn ihr diese Aktion nicht sofort stoppt, kann ich nichts für Karl tun."

Der von Regie-Routinier Martin Eigler nach einem eigenen Drehbuch in Szene gesetzte 20. Fall der Reihe darf durchaus als ein echter, weil nicht nur spannungsreicher, sondern vor allem vielschichtig konstruierter Höhepunkt gesehen werden. Die Verwicklungen drehen sich immer wieder um die Frage, auf welcher Seite die handelnden Personen stehen und ob man die Kategorien von "richtig" und "falsch" sowie die zugehörigen Loyalitäten in einer komplexen Welt überhaupt noch eindeutig sortieren kann.

Horror-Erinnerungen an die Schüsse und das tote Baby

Für Karl Hidde, den alten, desillusionierten Kauz im Team, steht rasch fest: "Du bist endgültig auf der falschen Seite gelandet", sagt er zu Benjamin Lietz, den er verachtet.

Für Nina Petersen ist die Lage nicht so einfach. Sie hofft sehr, dass die titelgebende "rote Linie" noch nicht komplett überschritten ist. Dennoch ist ihre Urteilskraft getrübt. Ihr Lebenstrauma holt sie wieder ein – es geht um damals, als sie angeschossen wurde, lange um ihr Leben kämpfen musste und ein ungeborenes Baby verlor, dessen Vater Ben war. "Unser Kind wäre jetzt sieben Jahre alt", sagt sie nun zum überraschenden Rückkehrer Ben. Doch der antwortet nur kalt: "Ich bin froh, dass es dieses Kind nicht gibt."

Stralsund – Die rote Linie – Sa. 15.10. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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