Tausend Moore, hundert Seen und ein Wald - Naturwunder Schorfheide
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Natur + Reisen, Natur + Umwelt
Tausend Moore, hundert Seen und ein Wald
Die Schorfheide im Nordosten Brandenburgs ist dünn besiedelt und vielen Menschen kaum bekannt. Dabei wartet die Region mit zahlreichen Superlativen auf: Hier liegt das grösste zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Ein Teil, der fast 600 Hektar grosse Buchenwald Grumsin, gehört zum Unesco-Weltnaturerbe und steht damit auf einer Stufe mit der Serengeti oder dem Grand Canyon. In den naturnahen Wäldern brüten See-, Fisch- und Schreiadler sowie Kraniche und Schwarzstörche. Über Jahrhunderte war die Schorfheide das Jagdgebiet preussischer Könige, Rot- und Damhirsche standen auf der Abschussliste. Die Schorfheide glich eher einem Wildpark als einem natürlichen Wald. Ein Gutes aber hatte das herrschaftliche Jagdrevier: Grosse Teile des Gebiets blieben unberührt. Sie bildeten die Grundlage für eine einmalige Chance: Denn nach der Wende im Jahr 1990 beschlossen Förster, Landwirte und Naturschützer, die Artenvielfalt der Wälder, Seen, Wiesen und Äcker wiederherzustellen und zu schützen. Grossflächig wurden einst trockengelegte Moore und Wiesen wieder angestaut. Mit dem Wasser kamen viele Arten zurück. Heute ist die Schorfheide das grösste Kranichbrutgebiet Deutschlands. Eisvögel gehen in der bizarren Wasserwunderwelt auf Fischjagd und in ehemaligen Schwarzspechthöhlen brüten Schellenten ihre Eier aus. Neben alten Laubwäldern besteht ein grosser Teil der Schorfheide aus monotonen Kiefernforsten. Die meisten wurden Mitte des 19. Jahrhunderts gepflanzt. In den letzten Jahren haben sich drei Wolfsfamilien hier angesiedelt. Sie sind ein wichtiger Baustein im natürlichen Gefüge. Junge Bäume werden oft von Rehen und Hirschen verbissen. Gibt es zu viel von ihnen, hat der neue Wald keine Chance. Die Wölfe reduzieren den hohen Wildbestand auf ein natürliches Mass und schützen so den Wald der Zukunft.
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