Ebenezer Scrooge ist ein Geizkragen wie er im Buche steht. Einer, der lieber friert, als den Ofen anzuzünden. Und selbst an Weihnachten denkt Scrooge nicht an Freude und Nächstenliebe, sondern daran, dass er seinem Gehilfen einen Tag frei geben muss. Es wurmt ihn, dass die Menschen in der Stadt ausgerechnet an den Feiertagen zur Maßlosigkeit neigen, sich Speisen gönnen, die sie sich sonst nicht leisten können. Als Scrooge sich Heiligabend nach Hause begibt, in seine einsame und eiskalte Wohnung, ist er wie vom Schlag getroffen. Dort wartet sein seit sieben Jahren verstorbener Kompagnon Jacob Marley auf ihn. Der sitzt in Ketten aus Rechnungsbüchern und Geldkassetten an den Tisch gefesselt und macht ein entsetzlich trauriges Gesicht. Marley, zu Lebzeiten ein Geizkragen wie Scrooge, warnt seinen alten Freund, dass der Geiz einen bis in den Tod verfolgt. Er gibt Scrooge den guten Rat, sein Leben zu überdenken. Denn noch ist es nicht zu spät. Und er kündigt den Besuch dreier Geister an, in Gestalt der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft...

Auch diese Verfilmung - mit einem brillant aufspielenden Patrick Stewart - der berühmten Geschichte von Charles Dickens ist ein Appell an Menschlichkeit und Freundschaft. Bereits in Kinderjahren musste Charles Dickens (1811 - 1870, geboren in Landport bei Portsmouth) die Versorgung seiner Familie übernehmen. Sein Vater saß im Schuldgefängnis und Charles verdiente das nötige Geld als Hilfsarbeiter in einer Schuhcreme-Fabrik. Die Schule besuchte er nur unregelmäßig, trotzdem gelang es ihm, mit 15 Jahren eine Stellung als Anwaltsgehilfe zu bekommen. Zunächst arbeitete er als Parlamentsstenograph. Später sattelte er um und wurde Reporter beim "Morning Chronicle". Die veröffentlichten "Pickwick Papers" sind das Ergebnis seiner Skizzen als Berichterstatter. 1836 begann Dickens an seinen Romanen zu schreiben. Darin setzte er den "kleinen Leuten" und ihren großen Nöten stets ein Denkmal. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Oliver Twist" (1838), "David Copperfield" (1850) und eben diese Weihnachtsgeschichte. Mit 58 Jahren erlag Charles Dickens einem Schlaganfall.

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