Conrad und Karin könnten mit den Kindern Georg und Marie eine ganz normale Familie sein. Doch Conrad ist katholischer Pfarrer, und so halten er und Karin ihre Beziehung seit vielen Jahren geheim. Nicht einmal die Kinder ahnen, dass Conrad ihr Vater ist. Die Eltern haben sich in dieser Situation eingerichtet. Als jedoch der kirchlich stark engagierte Georg beschließt, Priester zu werden, fürchtet seine Mutter, dass ihm womöglich ein ähnliches Leben der verborgenen Gefühle und verleugneten Beziehungen bevorsteht wie ihr selbst. Sie drängt Conrad, Georg die Wahrheit zu sagen. Für den verzweifelten Georg bricht seine innere Welt zusammen. Als die Situation eskaliert, beschließt Conrad, sich öffentlich zu seiner Familie zu bekennen und riskiert damit seine berufliche Existenz ...

In der katholischen Kirche rumort es, besonders das Zölibat wird (nicht nur) in jüngster Zeit heftig kritisiert. So forderten etwa deutsche Christdemokraten Anfang 2011 zum Abschied vom Zölibat auf, im Februar 2011 legten 144 Theologieprofessoren und -professorinnen das Memorandum "Kirche 2011 - ein notwendiger Aufbruch" zur Krise der katholischen Kirche vor, in dem sie unter Punkt 2 "Gemeinde" fordern: "Die Kirche braucht auch verheiratete Priester und Frauen im kirchlichen Amt." Und am 22. Februar 2011 weihte der Kölner Kardinal und Erzbischof Joachim Meissner den konvertierten katholischen Theologen Harm Klueting, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, mittels Ausnahmegenehmigung zum Priester. Gute Voraussetzungen also für einen TV-Film, der sich mit der Problematik, dass Priester sich nicht an das Zölibat halten, auseinander setzt. Doch trotz der Zölibatsanklagen drehte Regisseur Uwe Janson nach der Vorlage von Rodica Döhnert ein eher maues, weil holzschnittartiges Drama, das die Protagonisten einfach zu eindimensional zeichnet.

Foto: SWR/Hardy Spitz