Marzipanfabrikant Konrad Hansen will mehr Zeit für sich und seine dritte Ehefrau, die deutlich jüngere Valerie, haben. Völlig überraschend übergibt er deshalb die Führung der Firma seinem jüngsten Sohn Lars und übergeht dabei den pflichtbewussten Sven, der sich seit je her für den Betrieb aufopferte. Als Lars' hochtrabende Expansionspläne nach China zu scheitern drohen, nimmt Konrad wieder das Heft in die Hand, denn er ist der letzte Patriarch ...

Der Patriarch scheint ihm auf den Leib geschrieben: Mario Adorf, der schon in Tom Toelles "Via Mala" oder in den großen Dieter Wedel-TV-Mehrteilern "Der große Bellheim" und "Der Schattenmann" starke Figuren verkörperte, die herrschten und verteilten, schlüpfte hier noch einmal in die Rolle eines Mannes, der trotz seines hohen Alters die Zügel nicht aus der Hand geben will. Nach dem Drehbuch von Brigitte Blobel ("Lotto-Liebe", "Der Weihnachtswolf", "Schatten der Erinnerung") drehte Michael Steinke diesen Zweiteiler mit guter Besetzung. Doch dummerweise ist Steinke kein Toelle oder Wedel, sondern reiste jahrelang mit dem "Traumschiff" um die Welt und drehte Schnulzen nach Rosamunde Pilcher, Barbara Wood und Inga Lindström. Das Ergebnis ist entsprechend: Die Kameraarbeit überzeugt, doch die Geschichte wirkt in Steinkes Inszenierung aufgesetzt, unglaubwürdig, wenig realitätsnah und als Zweiteiler viel zu lang. Da nützt auch die prominente Besetzung nicht viel. Dem einmal mehr überzeugenden, mal harten, mal zarten Mario Adorf hätte man eine Altersrolle in einem besseren Film gewünscht, doch so konnte er zumindest auch einmal in Shanghai drehen.

Foto: ARD/Degeto/Conny Klein