Bischof Lorenz besucht jedes Jahr für einige Tage seinen Bruder im gemeinsamen Elternhaus. Während des mehrtägigen Aufenthalts wird der Bruder eines Nachts ermordet, zudem verschwindet die Replik einer wertvollen Marienstatue aus dem Haus. Weitere mysteriöse Vorfälle werfen Fragen auf: In der Tatnacht wird eine Drogensüchtige ins Krankenhaus eingeliefert, mit dem anonymen Hinweis, Bischof Lorenz würde sich um sie kümmern. Die Frau stirbt kurz darauf. Außerdem schleicht am Morgen nach der Tatnacht ein unbekannter Mann durch den Garten. Bischof Lorenz ist davon überzeugt, selbst Ziel des Mörders gewesen zu sein. Zumindest deuten darauf auch verschiedene Vorkommnisse der vergangenen Tage hin: Ein Unbekannter hat mehrfach und hartnäckig versucht, Bischof Lorenz zu sprechen. Schließlich taucht der Unbekannte bei Lorenz auf und gibt sich als Polizist aus. Es handelt sich um den hochintelligenten, polizeilich gesuchten Ex-Häftling Oliver. Er hält den Bischof gewaltsam im Haus fest und spielt mit der Annahme des Geistlichen, der Mörder dessen Bruders zu sein und auch ihn umbringen zu wollen. Der Kriminelle dringt immer weiter in die Vergangenheit des Bischofs vor und lenkt das Thema plötzlich auf die Drogentote, an deren Tod der Bischof selbst angeblich nicht unschuldig sein soll ...

Nach dem Drehbuch von Routinier Paul Hengge ("Die Herren mit der weißen Weste", "Hanussen", "Mein bester Feind") setzte Regisseur Didi Danquart diesen stark gespielten, kammerspielartigen Kriminalfilm um Schuld und Sühne mit einem bestens aufgelegten Hauptdarsteller-Duo in Szene. Wie sich Thomas Thieme als Bischof Lorenz und Shenja Lacher ("Tatort - Nie wieder frei sein") als Ex-Häftling Oliver hier gegenseitig belauern, taxieren und in einem spannenden Psychoduell messen, ist allerbeste Schauspielkunst.

Foto: HR