Der florentinische Dichter Giovanni Boccaccio (1313 - 1375) verfasste über hundert Novellen um Liebe und Sexualität, die er von den Teilnehmern einer kleinen, erlesenen Gesellschaft in den Zeiten der Pest erzählen lässt. Pasolini wendet sich der volksnahen Erklärung menschlicher Geschlechtlichkeit und Sinnesfreude zu. Er beschwört die Macht der einfachen Leute und der düsteren, vitalen Gewalt ihrer sexuellen Organe. Nonnen vergnügen sich mit Gärtnern, Priester brechen Ehen und inzestuöse Geschwister schmieden ein Mordkomplott.

Acht Episoden aus Boccaccios spätmittelalterlichen Novellensammlung als bunter Bilderbogen. Als Beobachter der Geschehnisse tritt Pasolini selbst in der Gestalt des Malers Giotto auf, der daraus Inspiration für seine Malerei schöpft. Der Film war der erste Teil von Pasolinis "Triologie des Lebens", die mit "Pasolinis tolldreiste Geschichten" und "Erotische Geschichten aus 1001 Nacht" fortgesetzt wurde.