Eine ländliche Hochzeitsgesellschaft wird zu einer Sagen umwobenen Stelle eines Sees gerudert, an der die jung Vermählten nach altem Brauch zur Bestätigung ihrer Treue Schwursteine ins Wasser werfen. An diesem Ort soll sich die legendäre Figur der Zala unter Wasser bisweilen einer jungen Braut zeigen. Während der ruhigen Fahrt durch Nebel und Schilf erzählt der blinde Großvater die Sage des einarmigen Osman Bey und seiner schönen Gattin Zala...

Erden Kiral erzählt in dieser türkischen Sage dezent von der Unterdrückung der Menschen, besonders der Frauen, durch den Islam. Sein Thema bringt er geschickt in Form einer filmischen Parabel zum Ausdruck. Wie andere, vielfach preisgekrönte Filme von Erden Kiral ("Eine Saison in Hakkari"), ist auch "Der Jäger" ein bildgewaltiges Werk von poetischer Kraft, menschlicher Dramatik und hoher demokratischer Qualität, dem man die große Mühe und vielen Widerstände, unter denen es entstand, nicht ansieht.