Albert Mendoza ist der Chef eines Syndikats, das seit zehn Jahren Mord als Geschäft betreibt. Staatsanwalt Martin Ferguson konnte bisher dem skrupellosen Gangster nicht das geringste Verbrechen nachweisen; Belastungszeugen wurden beseitigt. Wenn Mordgehilfen gefasst wurden, mussten sie alleine büßen. Mendoza selbst macht sich die Hände nicht schmutzig. Nur einen Mord beging er eigenhändig, jenen Mord vor zehn Jahren, mit dem er sein grausames Business startete. Sollte dem gerissenen Gangster im Lauf der Jahre nicht doch ein Fehler unterlaufen sein? Während Ferguson wieder und wieder die Aussagen eines Syndikat-Mitglieds abhört, stößt er auf eine winzige Unstimmigkeit.

In "Der Tiger" vermischen sich die beiden bemerkenswerten Tendenzen des amerikanischen Kriminalfilms der Vierzigerjahre. Der Inszenierungsstil des ehemaligen Theaterregisseurs Bretaigne Windust ist nüchtern wie in halbdokumentarischen Kriminalfilmen, aber die Geschichte wirkt mythisch geschwärzt wie manches Handlungsmotiv in den Filmen der "Schwarzen Serie". Auch im Spiel Humphrey Bogarts, dem Darsteller von Einzelgängern und Privatdetektiven in Filmen der "Schwarzen Serie", scheinen sich hier die Stile zu mischen.

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