Der gesellschaftliche Umbruch in Serbien, erzählt in Geschichten um ein Notfallkrankenhaus der Hauptstadt Belgrad. Während der letzten Tage der Milosevic-Ära im Jahr 2000 versuchen die Mitarbeiter einer Ambulanzstation die medizinische Versorgung aufrecht zu erhalten. Die bekannte Fernsehmoderatorin Tatjana Loncar erfährt vom Selbstmord ihres 80-jährigen Vaters, eines ehemaligen Tito-Partisans. Nach dem Sturz von Milosevic wird sie als Repräsentantin des verhassten Systems verfolgt. Drei Jahre später ist dank einer Spende aus Norwegen ein neuer Ambulanzwagen angeschafft worden. Einer der Fahrer engagiert sich in einem Jugendferiencamp für kriegstraumatisierte Kinder. Dort begegnen sich der Sohn von Tatjana Loncar und Miki, ein gläubiger zwölfjähriger Junge aus dem Kosovo. Im Jahr 2007 rüstet ein neuer Manager die Ambulanzstation mit Computern auf. Die Ärztin Vera findet in der Rollstuhlfahrerin Nada eine Freundin, die ihr den Weg ins Internet weist. Nada hofft für ihre Augenkrankheit auf ein Wunder, das vielleicht der kleine Miki bewirken könnte ...

In seinem Episoden-Ensemble-Film entwickelt der serbische Regisseur Goran Radovanovic in skurrilen und dramatischen Szenen, die von satirischen Elementen, Ironie und teilweise schwarzem Humor geprägt sind, ein breites gesellschaftliches Panorama. Im Spiegel der Einzelschicksale schildert der Regisseur die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der serbischen Gesellschaft vom Milosevic-Sturz bis in die Gegenwart. Stilistisch schließt Radovanovic mit seiner Bildsprache und poetischen Metaphern an das Kino Emir Kusturicas an.

Foto: ZDF/Tamara Radanovic