1964 begann Regisseur Henri-Georges Clouzot ("Lohn der Angst", "Die Teuflischen") nach langen Vorbereitungen mit seinem ehrgeizigsten Projekt: "Die Hölle" mit Romy Schneider und Serge Reggiani. Nach drei Wochen Drehzeit wurde die Produktion abgebrochen. Die 15 Stunden Filmmaterial verschwanden in einem französischen Filmarchiv und wurden zu einem Mythos des französischen Kinos. Bis Serge Bromberg 2005 die Filmbüchsen erstmals öffnen durfte ...

Bromberg, der für diesen Dokumentarfilm zusammen mit Ko-Regisseurin Ruxandra Medrea mit einem César ausgezeichnet wurde, beschreibt die Entstehung folgendermaßen: "Ein unvollendeter und unsichtbarer Film, ein rätselhaftes, unwahrscheinliches Meisterwerk. Das war wie eine Herausforderung, fast ein Spiel, und ich nahm mir an jenem Tag vor, mich auf die Suche nach den Filmbüchsen zu machen, die wir für verloren hielten. (...) Ich beschloss, die Zeugen aufzusuchen. Ich musste die Geschichte kennenlernen, um sie besser erzählen zu können. Ich wusste damals noch nicht, dass sie uns bis heute, nach drei Jahren Recherche, teilweise verborgen bleiben würde. Clouzot hatte ein seltsames Labyrinth gezeichnet, dessen Ausgang ich nicht kannte." 1994 nahm sich übrigens Claude Chabrol der interessanten Drehbuchvorlage Clouzets an, doch heraus kam nur das müde Alterswerk "Die Hölle".

Die DVD enthält darüber hinaus "Seine Gefangene" - die letzte Regiearbeit von Clouzot, eine 57-minütige ergänzende Dokumentation und ein ausführliches Interview.

Foto: Kinowelt