Burt Lancaster

Verdammt, gleich fährt der Zug! Burt Lancaster als 
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Verdammt, gleich fährt der Zug! Burt Lancaster als Bahnhofsinspektor Labiche
Burton Stephen Lancaster
Geboren: 02.11.1913 in New York City
Gestorben: 20.10.1994 in Century City, Kalifornien, USA

Er war ein Vitalitätsbolzen, ein Typ, der Zähne zeigte, auch (und besonders) als diese noch echt waren. Folgerichtig wurde er oft als Südländer eingesetzt, so in "Vera Cruz" (1954), einem beinahe klassischen Western, wo Lancaster den mexikanischen Buffo zum stoischen Helden Gary Cooper geben musste. Lancaster spielte Indianer ("Apache" - 1954), Westener ("Denen man nicht vergibt" - 1959), Piraten ("Der rote Korsar" - 1952), Akrobaten ("Die den Hals riskieren" - 1969), tragikumflorte Olympiasieger (Jim Thorpe), und bereits 1953 feierte er einen riesigen Erfolg an der Seite von Deborah Kerr in Fred Zinnemanns "Verdammt in alle Ewigkeit". Unvergessen ist die Szene, in der Lancaster und Kerr, von den Wellen des Ozeans umspült, die Welt um sich herum vergessen.

1960 dann die Rolle seines Lebens: "Elmer Gantry", der Handlungsreisende, der das Evangelium verkauft (Oscar für Lancaster). Mindestens genauso faszinierte er in "Der Regenmacher" (1956), wo er den Leuten im amerikanischen Südwesten, voran Katharine Hepburn in einer ihrer schönsten Rollen, diesmal nicht Gottes Wort sondern die Hoffnung auf Regen verkauft. Beeindruckend auch seine Rolle des Gewaltverbrechers Robert Stroud, der sich in John Frankenheimers Gefängnisfilm "Der Gefangene von Alcatraz" zum Spezialisten auf dem Gebiet der Vogelkunde mausert. Frankenheimer war es auch, der Lancaster 1963 in dem spannenden Kriegsfilm "Der Zug" besetzte.

Eine eigenartige Wende nahm Lancasters Karriere, als er 1962 die Rolle des Fürsten in Viscontis "Der Leopard" (nach dem Roman von Tommaso di Lampedusa) schlüpfte. Fortan wurde er häufig in europäischen Autorenfilmen eingesetzt, wo er sein einst schäumendes Temperament bis zur Selbstverleugnung zurücknahm. In Viscontis "Gewalt und Leidenschaft" (1974) machte Lancasters neue Ernsthaftigkeit (er spielt einen Professor) den halben Film aus; die andere bestreitet Helmut Berger als unausstehlicher Eindringling in Lancasters Eremitendasein.



Foto: Warner Auch in Louis Malles "Atlantic City, USA" (1979), wo er eine letzte Altherren-Liebschaft mit der damals noch sehr hübschen Susan Sarandon eingeht, spielt Lancaster, ausgerechnet er, einen Mann, der zu träge war, seinem Leben aktiv zum durchaus möglichen Erfolg zu verhelfen. Der Hoffnungsverkäufer von ehedem war genial in der Darstellung von Resignation. Hervorragend auch Lancasters Altersrolle als Ölbaron in Bill Forysths melancholischen Komödie "Local Hero" (1982).

Burt Lancaster hat Filme gedreht, wie andere Leute Kleider kaufen: zwei bis vier pro Jahr, und das von 1946 bis in die Neunzigerjahre hinein. Er, der aus New York City stammt (East Harlem) und in seiner Jugend ein guter Basketballspieler war, bleibt durch seine großen italienischen Filme, unter denen man auch Bertoluccis "1900 - Gewalt, Macht, Leidenschaft" erwähnen muss, besser in Erinnerung als durch seine vielen US-Filme, von denen die allermeisten nur wenig mehr als Durchschnittsware ausmachten.

Dabei kam Lancaster eher zufällig zum Film. Denn eine kleinen Rolle in dem Bühnenstück "A Sound of Hunting" erwies sich für ihn als Glücksfall. Sieben Hollywoodstudios bemühten sich danach um ihn, er entschied sich für Hal Wallis. Der Journalist und Produzent Mark Hellinger bekam Lancasters Leinwandtest zu Gesicht, lieh sich den Nobody aus und engagierte ihn für "Rächer der Unterwelt" (1947). Der Star Burt Lancaster war geboren, ohne dass er je durch die Mühle kleinster und kleiner Rollen gehen musste. Lancaster sagte einmal dazu: "Hierzu gehört eine gehörige Portion Glück. Es war einer der seltenen Fälle, wo zur rechten Zeit der richtige Mann in dem richtigen Film eingesetzt wurde."

Weitere Filme mit Burt Lancaster: "Desert Fury - Liebe gewinnt", "Zelle R 17", "Vierzehn Jahre Sing-Sing" (alle 1947), "Alle meine Söhne", "Bis zur letzten Stunde", "Du lebst noch 105 Minuten", "Gewagtes Alibi" (alle 1948), "Blutige Diamanten" (1949), "Tal der Rache" (1951), "Kehr zurück, kleine Sheba", "Weißer Herrscher über Tonga" (beide 1953), "Der Mann aus Kentucky", "Die tätowierte Rose" (beide 1955), "Marty" (1955, nur Produzent), "Trapez" (1956), "Zwei rechnen ab", "Dein Schicksal in meiner Hand" (beide 1957), "U 23 - Tödliche Tiefen", "Getrennt von Tisch und Bett" (beide 1958), "Die jungen Wilden" (1960), "Urteil von Nürnberg" (1961), "Die Totenliste", "Ein Kind wartet" (beide 1962), "Sieben Tage im Mai" (1963), "Vierzig Wagen westwärts" (1964), "Die gefürchteten Vier" (beide 1966), "Mit eisernen Fäusten" (1967), "Airport", "Das Schloss in den Ardennen" (beide 1969), "Valdez", "Lawman" (beide 1970), "Scorpio, der Killer", "Keine Gnade für Ulzana" (beide 1972), "Der Mitternachtsmann", "Unternehmen Staatsgewalt" (beide 1973), "Buffalo Bill und die Indianer", "Das Ultimatum", "Die Insel des Dr. Moreau", "Unternehmen Entebbe" (alle 1976), "Cassandra Crossing", "Die letzte Schlacht" (beide 1977), "Die letzte Offensive" (1979), "Die Haut" (1981), "Das Osterman Weekend" (1983), "Tödliche Schlagzeilen", "Väter und Söhne" (beide 1985), "Archie und Harry - Sie können's nicht lassen", "Auf den Schwingen des Adlers" (beide 1986), "Rocket Gibraltar" (1988), "Feld der Träume", "Die Entführung der Achille Lauro" (beide 1989), "Das Phantom der Oper" (1990), "Die Hölle von Henri-Georges Clouzot" (Dokumentation, mit Archivmaterial, 2009).

Foto: Warner

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